Dienstag, 24. Juli 2007

Mein erster Tag in Peking

Dienstag 24. July 2007

Gestern hat es begonnen, das größte Abenteuer meines bisherigen Lebens.

CHINA…

Am Sonntag haben Mama und Nicole noch eine soooo rührende Abschiedsfeier organisiert.
Mit so leckerem Essen, voll der lieben Tischdekoration, … echt so herzig.

Fast alle aus der Verwandtschaft waren da, Mamagotta und Hans, meine Gota, Florian, seine Eltern und seine Oma…. Und alle haben sie mir so viel Glück gewünscht.

Gota und Mamagotta beten ganz fest für mich, Tante Christine hat mir einen ihrer Glückssteine geschenkt, Onkel Tobias hat mich ganz fest gedrückt und mit Tante Silvia hab ich soo lang geredet, über Gott und die Welt, über China, Chancen im Leben, das Leben und die Liebe

Und am Montag war dann mein Flug. Es fiel mir so schwer zu gehen, weinend drückte ich Nici und streichelte noch ihren Babybauch. Am Flughafen konnte und konnte ich einfach nicht durch das Einchecktor gehen. Ich hatte so Angst vor dem Unbekannten.

Fünf Mal rannte ich wieder zurück, um Mama und Papa zu winken und Küsse zu zuzusenden.
Die Tränen rannten mir in Strömen runter, als ich zum Gate vorging.
Allein unter den ganzen Chinesen die dort warteten, kam ich mir noch verlorener vor.

Doch dann lernte ich ein Mädchen aus Deutschland kennen und saß im Flugzeug neben einem Deutschen. Gemeinsam sahen wir zu, wie die untergehende Sonne einen roten Schleier um die ganze Erde legte. Die Zeit im Flugzeug ging erstaunlich schnell herum und bald schon war es wieder morgen und ich schaute aus dem Fenster des Flugzeugs hinunter auf das im Nebel mystisch versteckte China. Leider hatte ich keine Fotos gemacht, denn der Anblick, der aus dem Nebel herausragenden schwarzen Bergspitzen, der weiten Ebenen, der Maisfelder... das war wirklich einmalig schön.

In Peking am Flughafen ging alles ohne große Probleme, und meine Reisefreunde verabschiedeten sich wieder in verschiedene Richtungen.

Ich stand wieder allein da…. Doch dann wachte die kleine Kämpferin in mir wieder auf.

Ich ging zum WC, wusch mir das Gesicht, putzte die Zähne und kämmte die Haare… bereit für den nächsten Schritt wechselte ich Geld und suchte mir ein Taxi, das mich auch ohne Komplikationen rasch zur Beijing Yuyuan Daxue brachte…. für 8Euro50!!!

Da lernte ich dann gleich Seraina kennen, eine Schweizerin, die ich nach dem Weg fragte, und die wie ich später am Tag erfuhr, als meine Zimmernachbarin eingeteilt worden war.

Wir waren uns eigentlich gleich total sympathisch und nachdem ich Lukas wieder getroffen hatte und mit ihm und seinem Zimmerkollegen aus Schweden zu Abend gegessen hatte, zeigte sie mir noch ein paar Sachen am Campus, die sie schon vom letzten Jahr kannte, und wir gingen Handys anschauen. Seraina übersetzte und diskutierte für mich um Preise, Tarife, die besten und günstigsten Optionen… so lieb von ihr.

Das Zimmer hier ist relativ klein für uns beide und das WC und die Dusche sind nicht sehr sauber und ziemlich unpraktisch, weil die Dusche einfach mitten im Raum hängt, und beim Duschen alles rund um einen herum nass wird. Vom WC und dem Waschbecken angefangen bis zum Klopapier. Jetzt haben wir beide uns gerade das Abenteuer mit der Dusche angetan und liegen wie Schwestern in den Betten.

Ich hab meinen August im Arm und kuschle meine Nase in sein frisch gewaschenes Haar.

In meinem Koffer ist nämlich Shampoo ausgelaufen, als ich hergeflogen bin, und meine Bücher und alles wurde voller Shampoo. Hab mich so geärgert, dass ich nicht daran dachte ihn in einen Sack zu tun. Ist wirklich schade um die Bücher aber den August hat's gefreut ;-)

Bin jetzt schon richtig gespannt auf den Aufenthalt hier, und mit der Hilfe von Seraina, werde ich das bestimmt auch nicht so schlecht meistern.

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