Dienstag 31. Juli 2007
Heute hatten wir zum ersten Mal Tingli, Hörverstehen, und ich war echt überrascht wie viel ich verstanden habe. Ich konnte schon über die Pointen in den Geschichten mitlachen, und verstand im Großen und Ganzen auch recht gut, was der Lehrer dazu erklärte.
Ich finde ohnehin, dass wir es mit den Lehrern extrem gut getroffen haben.
Die Kouyu-Lehrerin erklärt alles so super, und man versteht durch ihre vielen Beispiele total gut was sie meint. Nur der chinesische Unterrichtsstil ist für mich recht gewöhnungsbedürftig. Die ganze Zeit liest man zuerst etwas, und dann wird das von der Lehrerin Satz für Satz zusammengefasst, und die ganze Klasse wiederholt das im Chor. So wird die Geschichte immer länger und man wiederholt immer längere Passagen, bis man am Schluss eine ganze Geschichte im Chor heruntersagen muss, und dann einzeln.
Die Koreaner scheinen mit dieser Art zu lernen recht vertraut zu sein, die rasseln da Satz für Satz herunter, wie ein kleines, gut geschmiertes Uhrwerk. Aber für mich ist das viel zu viel. Ich kann mir das gar nicht alles auf einmal merken. Aber mit dieser Lernform werde ich mich wohl oder übel noch anfreunden müssen, da hier in China der Unterricht, offenbar überall auf diese Art gehalten wird.
Am Mittag haben wir dann beim Islami mit Michaela gemeinsam gegessen, und dann hab ich Hausaufgaben und Unterrichtsvorbereitungen für morgen gemacht.
Nachdem man hier die ganze Zeit hört, dass man fleißig lernen muss um Erfolg zu haben, hab ich mir gedacht, ich bereit mal das Yuedu vor, vielleicht komm ich dann auch mal mit. Mit Seraina ihrem kleinen elektronischen Wörterbuch geht das auch viel schneller. Total praktisch dieses Teil. Ich will unbedingt auch so eins haben. Da kann man mit einem Stift Zeichen rein schreiben und es liefert einem gleich die Übersetzung und das Pinyin, tausend Mal schneller als im Wörterbuch nachzuschauen. Für den Unterricht muss das extrem praktisch sein, wenn man nur schnell das reinschreiben muss, und schon die Lösung hat.
Am Abend schauten wir uns in meinem Zimmer Pans Labyrinth an. So ein berührender Film, von einem kleinen Mädchen, das in der Zeit des spanischen Bürgerkriegs, in seine eigene Märchenwelt flüchtet.
Irgendwie hab ich die große Befürchtung, dass ich mir eine schlimme Erkältung oder Ähnliches eingefangen hab. Meine Nase rinnt ununterbrochen, und ich muss alle paar Minuten niesen. Ich hoff nur, das geht über Nacht wieder weg.
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