Donnerstag 2. August 2007
Heute Morgen hatte ich immer noch Fieber und fühlte mich viel zu schwach um in die Schule zu gehen. Seraina bestand auch darauf, dass ich lieber im Bett bleiben und mich auszukurieren sollte. Also blieb ich liegen und schlief wieder ein. Als ich dann um halb 12 aufstand um eine Ri Jiaokeli (Heiße Schokolade) zu trinken, hatte ich zwar kein Fieber mehr, fühlte mich aber immer noch krank und schwach. Ein bisschen gestärkt von der Ri Jiaokeli versuchte ich mir den Unterrichtsstoff von heute morgen anzuschauen, aber schlief gleich wieder ein, und erwachte erst, als mein Handy klingelte um mich an die Kongfu-Aufführung zu erinnern.
Zuerst wollte ich eigentlich gar nicht mehr hingehen. Doch dann raffte ich mich doch auf, da ich ja nicht den ganzen Tag schlafen konnte, und wir für die Aufführung ja nicht mal was bezahlen mussten. Und Gott sei Dank hatte ich so entschieden.
Die Kongfu-Aufführung im Hequchang, dem Roten Theater in Peking war einfach so genial. Die Tänzer, die Atmosphäre, das Bühnenbild, die Inszenierung. Es war wirklich sehr eindrucksvoll. Ich war total begeistert. Mehrere Male saß ich da, und mir blieb vor Staunen fast der Atem weg. Begeistert wie ein kleines Kind vor einem Christbaum.
Sie erzählten mit ihrem Tanz die Geschichte von einem jungen Mann, der in Zen Koster ging um Mönch zu werden, und sich in der Kunst des Kungfus übte, wie er seine Angst überwand, unverletzlich wurde, sich in die Frau verliebte, die er in seinem Herzen gezeichnet hatte, und von seiner Aufgabe abgelenkt wurde, seine Mutter stirbt und er die Kunst des Konfus nicht mehr fortsetzen kann, schlussendlich jedoch wieder zurückfindet, und von alten Abt des Klosters zum neuen Abt gemacht wird. Jede Szene hatte ein ganz besonderes Bühnenbild, mal mit Rauch, mal mit Feuer, mal dunkel, mal hell, mal mit Schnee, mal mit Sternenhimmel, und was mir am meisten gefiel: einmal schwebten der Hauptdarsteller mit seiner Geliebten an weißen Bändern über die Bühne und verschlangen sich ineinander so wie Zirkusakrobaten. Am Boden waren mit Bühnenrauch ganz viele weiße Wolken erzeugt worden und wenn sie herunterkamen verschwanden sie darin.
Mit verschieden farbigen Lichtern wurden sehr schöne Stimmungen erzeugt. Ich war total mitgerissen. Sehr faszinierend.
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