Samstag, 22. September 2007

Ein Tag mit Mani

Samstag 22.September

Heute hab ich endlich mal gaaaanz lange ausgeschlafen, und sogar Xiaxi ließ mich heute mal ein bisschen länger schlafen. Sonst steht sie nämlich immer schon vor 6 auf und geht duschen oder macht sonst irgendetwas, und selbst wenn sie versucht ganz leise zu sein, ich wache trotzdem dauernd wieder auf. Aber heute war sie glaub auch mal so müde wie ich, und schlief mindestens bis 9.... Ich blieb dann noch eine Stunde länger im Bett und träumte vor mich hin. Es war so kuschelig warm im Bett... das hatte ich schon die ganze Woche vermisst :-)
Als ich dann aufgestanden war, blödelte ich noch eine Weile am Computer herum, und fuhr dann mit Rukmani in die Stadt. Wir hatten 3 Ziele... eine neue Uhr für mich, weil meine alte ja den Koreanern zum Opfer gefallen war, Rukmanis Geld auf ihr Bankkonto geben, und eine Jacke für mich...
Bei den ersten 2 Dinge waren wir auch wirklich erfolgreich. Nachdem ich eine Chinesin gefragt hatte, wo im Stadtzentrum die Bank of China war und sie uns sofort sehr hilfsbereit dorthin führte, warteten wir vielleicht 5 Minuten beim Schalter und dann wurden wir ohne jedliche Umstände bedient. Die Schalterbeamtin sprach sogar ein bisschen Englisch und so gingen wir nach einer Viertelstunde wieder aus der Bank hinaus und alles war erledigt, ohne lästige vordrängelnde Umwechseldamen, ohne von der Bänkerin angschrien zu werden...
Selbst wenn es bis ins Zentrum 30 Minuten zu fahren sind... es ist es auf alle Fälle wert, nur um nicht wieder in die doofe Zweigstelle bei unserer Uni gehen zu müssen.
Dann gingen wir in die Underground-ShoppingMall um nach Jacke und Uhr zu suchen. Uhr fand ich auch bald eine sehr hübsche für 2,8 Euro, nur bei der Jacke wurde ich nicht fündig... Entweder sie passte mir um den Körper herum, war dann aber am Bauch und an den Ärmeln viel zu kurz, oder sie passte an den Ärmeln war dann aber am Bauch mehr als nur zu weit.
Ich glaube das wird noch einige Zeit und Geduld in Anspruch nehmen, bis ich eine gefunden habe... Ich hoffe nur, der Winter kommt nicht zu schnell.
Mein Plan wäre ja gewesen in der freien Woche Anfang Oktober nach Peking zu fahren, um alles zu kaufen, was ich hier nicht finden kann... aber gestern erzählte mir Boo, dass die Zugtickets in dem Zeitraum alle ausverkauft sind. Ich werde am Montag noch selber zum Bahnhof gehen... aber wenn das stimmt, dann sieht es nicht besonders gut aus mit meinem Ausflug nach Peking.
Nach einigen Komplikationen am Heimweg (ein Kellner der uns zwar die Rechnung brachte, aber keinen Kaffee, ein übervoller Bus, und ein Verkehrschaos sondergleichen) war ich froh mich erst mal ein bisschen hinlegen zu können... Seit in einiger Zeit hab ich auch jeden Tag Kopfweh, das ich zwar standhaft zu ignorieren versuche, das mich aber doch mehr anstrengt, als ich mir eingestehen mag. Heut Abend werd ich wohl nicht mehr viel machen, ...auf Mani aufpassen, die jetzt immer mehr Fieber hat, vielleicht ganz kurz auf einen Drink gehen mit den anderen, und dann meinen DVD fertig anschauen, den ich in Peking gekauft habe... Rendezvous mit Joe Black :-) Den hab ich glaub das letzte Mal gesehen als ich 17 war :-) und noch von der Liebe träumte *gg*
Da war ich so begeistert von dem Satz den Anthony Hopkins zu seiner Tochter sagt:
Love is passion... obsession, something you cannot live without... i say... fall head over heals... find somebody you can love like crazy, and who loves you the same way back.. Forget your head and listen to your heart... because the truth is, there is no sense in life without this... to make the journey without falling deeply into love.. well you haven't lived a life at all... You have to try...because if you haven't tried... you haven't lived.
Stay open… who knows.. a lightening could strike…
...Les coups de foudre existent...

Eine Woche voller Freude, Aufregung, neuer Erfahrungen

Freitag 21. September 2007

Wieder ist eine Woche vergangen, und das Wochenende steht vor der Tür. Man könnte denken, das würde bedeuten… Freizeit, nichts tun, den Tag genießen….
Heißt es auch zum Teil, aber zum anderen Teil heißt das auch lernen, Hausübungen machen, die Texte vorbereiten…. Mittlerweile hat uns jeder Lehrer schon mindestens 20 Mal erzählt, dass das wichtigste beim Chinesisch lernen ist, dass man fleißig ist.
Nur wer fleißig ist wird auch Erfolg haben…
Und das war auch so mehr oder weniger das Motto meiner letzten Woche.
Am Montag traf ich mich zum ersten Mal mit meinem Fudao-Laoshi. Sie ist eine chinesische Studentin, die Chinesisch als Lehramt studiert, und mir dabei half, die ganzen komplizierten Textstellen der ersten Lektion zu verstehen. Sie korrigierte meine selbstgeschusterten Sätze der Hausübungen und half mir bei den Aufgaben die ich nicht kapiert hatte. Sie sprach zwar nur Chinesisch und manchmal verstand ich ihre Grammatikerklärungen nicht so genau, weil ich die Wörter für die ganzen Grammatikausdrücke noch nicht kenne, aber sie gab mir einen Haufen verschiedener Beispiele an, bis ich am Schluss dann doch mitkam. Am Dienstag lernte ich neue Vokabeln und versuchte meinen Zeitungslektüretext vorbereiten… ES gab einen Haufen sehr interessanter Vokabeln… Präsident, Minister, diplomatische Beziehungen, Staatsbesuch, kalter Krieg, Weg des Friedens… und ich fand das alles sehr spannend… aber trotzdem brachte mich der Text halb zur Verzweiflung… Es war nicht so, dass ich ihn durchlas und plötzlich ein Wort auftauchte das ich nicht kannte, und das dann im Wörterbuch nachschlug. Nein… ich las durch den Text und ganz plötzlich tauchte mal ein Wort auf das ich kannte. *Gg*
Ich war so froh meinen kleinen Translator in Peking gekauft zu haben, sodass ich zumindest ganze Sätze in den Translator schreiben konnte, und er mir zwar etwas konfuse Übersetzungen gab, von denen ich dann wieder jedes Wort auf Pinyin und Bedeutung überprüfen musste, was aber immer noch um einiges schneller war, als alles im Handwörterbuch nachzuschlagen. Vor allem, weil es im chinesischen ja nicht so einfach ist, einfach nach dem Alphabet zu suchen, wenn man die Aussprache nicht kennt, sondern über den Umweg von Radikal und Radikalliste irgendwie dann zum Zeichen gelangt.
Mittwoch in der Früh hatten wir dann unsere erste Tingli-Stunde (Hörverstehen).
Ich hatte voll die Freude, dass ich fast alles verstand, und die Teile die ich nicht verstand, erklärte die Lehrerin ausführlich an der Tafel. Als es dann daran ging die Fragen zu beantworten, wusste ich fast alle Antworten, und konnte sogar noch Xiaxi einsagen, die heute total aufgeregt und durch den Wind war, weil der Vater ihres Freundes nach China gekommen ist, und sie ihm nach der Schule vorgestellt werden sollte.
Gestern hatten wir schon 2 Stunden Schuhe, Hose und T-shirt ausgesucht, und sie war immer wieder nicht zufrieden, bis fast ihr ganzer Kleiderkasten auf dem Bett lag. *gg*.
Nach der Schule ging ich mit Rukmani zur Bank und wir wollten Geld auf ihr chinesisches Konto legen, aber irgendwie drängten sich dauernd irgendwelche Chinesinnen vor uns in die Schlange und behaupteten, dass sie alle gemeinsam gekommen waren, die machten dann die Bankangelegenheiten für ich weiß nicht wie viele Leute, und legten pro Sparbuch tausende von Japanischen Yen ein. Die Bankangstellte ließ das Geld von der Maschine zählen und prüfen, machte sich bei jedem Stapel aber nochmals von Hand daran den abzuzählen und jeden Schein auf Echtheit zu überprüfen.
Wir standen über eine Stunde in der Schlange und wurde dabei fast verrückt. Und als wir dann endlich dran gekommen wären, hieß es dass der Schalter jetzt geschlossen wird, weil die Angstellte Pause machen wollte. Wir stellten uns also beim nächsten Schalter an, wo man uns nicht bediente, sondern uns nur einen Zettel fürs Geldwechseln in die Hand drückte, obwohl wir ihnen tausend Mal sagten, dass wir kein Geld wechseln wollen, sondern eine Spareinlage machen wollen. Aber sie hatte offensichtlich keine Lust uns zuzuhören und schickte uns mit lautem Geschrei wieder weg.
Vollkommen deprimiert und verärgert gingen wir also nach eineinhalb Stunden auf der Bank, ohne Resultat wieder heim.
Ich machte mich dann daran meinen Qindu-Text nochmal durchzulesen und alle Stellen zu markieren, bei denen etwas noch nicht klar war. Am Schluss war fast in jeder Zeile etwas grün markiert. Es war mir schon fast ein bisschen peinlich, als ich das meiner Fudao-Laoshi am Abend zeigte, aber sie machte sich geduldig daran mit alles zu erklären und als ich nach der Stunde alles verstanden hatte, war ich so glücklich, dass nicht mal mein vermiestes Abendessen mich verärgern konnte.
Ich hatte am Heimweg Kingyan und Julian und Julians chinesischen Freund Weijiang und noch ein paar andere getroffen, die sich gerade zum Abendessen aufmachten.
Im Restaurant laß ich mir die Karte durch und da sah ich die Zeichen für gebraten, Kartoffeln, Scheiben und noch irgendwas, und ich dachte das würde nach feinen Bratkartoffeln klingen. Ich wartete dann auch und die Kellnerin brachte nach und nach alle Speisen und stellte sie in die Mitte des Tisches, nur meine Kartoffeln waren nicht dabei. Ich wunderte mich warum das solange dauert, und wollte mich schon beschweren, als Julian plötzlich zu mir sagte… du, falls du auf deine Kartoffeln wartest… die sind hier… Meine Kartoffeln waren keine Scheiben und nicht gebraten sondern gekocht und sahen aus wie ein Sellerie-Salat… Hmmm… und zu viel gesalzen waren sie auch noch…*gg*
Am Donnerstag Nachmittag kam Rukmani den Weinen nahe zu mir und erzählte, dass sie beim Flughafen gewesen war, ein Paket abzuholen, das ihre Eltern für sie per Luftfracht geschickt hatten. Aber wegen irgendeinem, nicht ganz nachvollziehbaren Gesetz konnte man ihr ihr Paket nicht übergeben, weil sie in China weder ein Geschäft noch sonst ein Business hatte. Man riet ihr einen Agent zu nehmen, der das in ihrem Namen erledigen könnte. Der Agent würde dann das Paket für 500 Yuan für sie übernehmen und an sie weitergeben… Kein schlechter Stundenlohn für 10 Minuten Arbeit.
Wir versuchten also Zhaozhen, meinen chinesischen Freund anzurufen, und fragten ob er da etwas wisse, er war auch gleich einverstanden mit ihr nochmals zum Flughafen zu fahren und die Sache zu klären… Aber auch am Abend kam einen vollkommen unmotivierte und traurige Rukmani ohne ihr Paket, mit den heißersehnten Wintersachen und alten Schulbüchern wieder zurück und ich hatte die größte Mühe meine sonst so lebensfrohe und immerzu lachende und scherzende Ruks wieder aufzuheitern. Ich half ihr dann ihren Dialog für den nächsten Tag vorzubereiten und als sie ins Bett ging, war sie wieder halbwegs okay… Am Freitag wollte sie nochmals hingehen und es versuchen. Aber auch am Freitag wurde ihr ihr Paket nicht ausgeliefert, weil auch der Agent nicht wusste, wie er diesen Fall zu behandeln hatte, und so sind ihre Sachen nun beim Flughafen… können nicht abgeholt werden, und auch nicht nach Indien zurückgeschickt werden… sehr seltsame Geschichte.
Freitag am Nachmittag traf ich mich dann 2 Stunden mit einer chinesischen Studentin namens Baibai um gemeinsam zu lernen. Zuerst redeten wir eine Stunde Englisch, und anschließend eine Stunde Chinesisch, und wir halfen uns gegenseitig bei Wortproblemen oder Satzstrukturen. Ich war danach zwar einigermaßen erschöpft, weil es, obwohl ich mich in der Sprache langsam wohlzufühlen beginne, und auch schon ziemlich einiges in ganz schönen Sätzen sagen kann, doch immer noch eine angstrengende Hirnarbeit ist, und ich nicht nur einfach so drauflos quatschen kann.
Sehr merkwürdig, dass ich, die in Österreich Tag und Nacht quatschen kann, jetzt plötzlich müde werde von reden *gg*.
Am Abend war dann Julians Wohnungseinweihungsparty. Wieder einer dem es im Sushi (Wohnheim) nicht mehr gefallen hat, und der sich eine eigene Wohnung gesucht hat.
Von allen meinen Freunden, wohnt jetzt bald glaub schon ein Drittel auswärts, und die nächsten Wochenenden werden gefüllt sein mit House-warming-Parties.:-)
Die Wohnung war voller Stundenten… eine ganz andere Runde als bei Alex und Gaby, da Julian sich die Wohnung mit 2 Russen teilt, und deshalb die ganze russische Community auf der Party war, die bei Alex und Gaby entweder nicht eingeladen oder nicht gekommen war… Ich hatte die meisten zwar schon öfters gesehen, aber mit keinen noch so richtig guten Kontakt geschlossen, und so verbrachte ich den Großteil des Abend mit Murad, Kingyan und den Boojaecheol auf dem Balkon der Wohnung, wo man einen Ausblick auf einen kleinen Berg, den Mond, die Sterne und…… ein AKW hatte *gg*
Xiaxi und ihr Freund Deiyong kamen auch noch vorbei und wir hatten eine ganz lustige Zeit. Als Xiaxi und Deiyong heimgingen, wollte ich eigentlich mit ihnen gehen, aber Xiaxi bestand darauf, dass sie vorgehen würden… Also blieb ich halt noch, und als ich dann heimging, kam Boo mit mir, um auf mich aufzupassen. Kingyan sagte ja, dass er mit mir zum Heim hinüber laufen würde, weil die dunklen Gassen zwischen den Viertel wo die Wohnungen sind, und der Uni ziemlich gefährlich anmuten, aber Boo (oder Totti, wie wir ihn nennen, weil er oft in einem italienischen Fußballshirt zu sehen ist) beruhigte ihn und meinte, dass Kingyan gleich zu seiner Wohnung gehen könne und nicht den Umweg zur Uni gehen müssen… Er würde mich begleiten…Und so hatte ich einen starken Mann an meiner Seite um nach Hause zu gehen. Die Koreaner mussten alle zwei Jahre zum Military-Service und wenn man von den Koreanern die ich hier kennengelernt habe, auf die Allgemeinheit schließen kann, kommen aus dem Heer eine Menge starker, kräftiger Männer heraus, denen ich durchaus nicht als Feind über den Weg laufen wollte. *g*

Samstag, 15. September 2007

House-warming-party

Freitag 14.September 2007

Heute war die Wohnungseinweihungsparty von Alexandras und Gabys neuer Wohnung.
Als ich hinkam staunte ich nicht schlecht. Eine wunderschöne, neue Wohnung, mit 2 separaten Schlafzimmern, einem Bad, einer kleinen Küche und einem großen Wohnraum.
Alles war schon eingerichtet, und sie mussten nur mehr ihre Sachen in den Schrank räumen, und konnten sich schon wie zu Hause fühlen.

Es waren fast alle von uns Auslandsstudenten auf der Party und irgendwann war die Wohnung voll mit lachenden und quatschenden Studenten. Ich redete fast den ganzen Abend mit Muhad, einem Franzosen, der mir dabei half mein Französisch wieder zu reaktivieren. Er versprach, dass wir uns in Zukunft öfters treffen könnten, und er mit mir Französisch lernen könnte. Das Gute ist, dass er auch Englisch und ein bisschen Deutsch kann, so kann ich ihm beim Deutschen helfen und er mir in Französisch.

Nachdem die Nachbarn dann aber klopfen kamen, und sich über unseren Lärm aufregten, gingen alle die noch Lust hatten ins JD tanzen. War ganz lustig und wir tanzten alle im Kreis bis wir vor Müdigkeit halb „aus den Latschen kippten“ *gg*

Ein Woche Schule

Donnerstag 13. September 2007

Die letzte Woche war ich jeden Tag fleißig am Lernen, Vokabeln heraussuchen, neue Wörter lernen, Zeichen üben, Texte vorbereiten, Hausübungen machen.
Der Schulalltag hat mich so richtig erwischt. Aber das komische an der Sache war, dass ich total motiviert war. Jeden Tag freute ich mich wieder neue Wörter zu lernen, und auf mysteriöse Art und Weise blieben die Wörter viel besser in meinem Kopf hängen, als zu Hause.
Ich hatte überlegt in eine einfachere Klasse zu wechseln, da unser Hauptkurs doch recht schwer ist, und ich zu den Vokabeln, die im Buch als neue Vokabeln angegeben sind, noch sehr viel andere im Wörterbuch nachschlagen muss, um den Text verstehen zu können.
Als ich die Lehrerin aber darauf ansprach, meinte sie, dass es besser wäre, in der Klasse zu bleiben und fleißig zu lernen, da ich dann im nächsten Semester das dazugehörige Nachfolgebuch machen könnte und die Kombination dieser zwei Bücher ihrer Meinung nach, zu einem sehr guten Level in Chinesisch führt. Also trug ich mich für die Klasse ein, und machte mich daran, meine Vokabellücken zu füllen, und mich an das Niveau heranzuarbeiten, das in der Klasse erwartet wird.
Das beanspruchte fast den Großteil der Zeit die ich diese Woche neben dem Unterricht hatte.

Am Abend nahm ich mir meist ein bisschen Zeit um mit Kingyan oder Julian oder den Koreanern essen zu gehen. In letzter Zeit renne ich viel mit den Koreanern herum, esse mit ihnen zu Mittag oder wir verabreden uns in einem Zimmer um zu quatschen.
Xiaxi, meine Zimmernachbarin ist jetzt mit einem von ihnen zusammen, und mich haben sie auch schon in die Asiatengruppe aufgenommen.
Gestern saßen wir bei Deiyong (Xiaxis Freund) im Zimmer und aßen koreanisches Essen. Ich saß mit den anderen am Boden im Schneidersitz und hatte meine Schale Reis in der einen Hand und die Stäbchen in der anderen Hand. Als Sicheng, sein Zimmerkollege hereinkam, meinte er, ich sähe schon fast aus wie eine von ihnen *gg*.

Südkoreaner sind wirklich ein sehr freundliches und offenherziges Volk. Schon in Beijing in der Summerschool war meine Banknachbarin und ihrer Freundinnen immer so herzlich zu mir, und man hatte immer das Gefühl, sie freuen sich total einen zu sehen, und hier ist das noch viel mehr so. Alle rufen mir zu, wenn sie mich irgendwo sehen… Xingliiii…. We miss you…. Warum warst du denn gestern nicht bei uns? Gehst du mit uns dahin, oder dorthin… Xingliiii…

Am Mittwoch Nachmittag waren Kingyan und ich bei Ruksami, meiner Zimmernachbarin aus Indien, zum Tee eingeladen. Sie ist auch so eine herzliche, aufgedrehte Person. Wenn sie irgendwo auftaucht, dann ist nichts mehr ruhig. Sie füllt den Raum mit ihrer guten Laune und ihrem herzigen Lachen.

Uuuuund gestern war ich das erste Mal seit langen endlich wieder mal sportlich unterwegs. Tina fragte mich ob ich mit laufen gehen wolle, und ich war sofort dabei.
Ich hatte schon so eine richtige Unruhe in mir, weil ich so wenig Sport machte in letzter Zeit. Das Bodywork von letztem Semester in Wien, meine Radelfahrten und die langen Joggingtouren in Neuwaldegg beginnen mir abzugehen. Sport ist so ein guter Ausgleich zu der ganzen Lernerei. Wenn man sich einmal daran gewöhnt, alle Sorgen und schlechten Gefühle mit Sport abzuschütteln, dann kann man fast nicht mehr anders. Man muss sich einfach bewegen. Es ist als würde die ganze Unruhe im Herzen, der Wirrwarr im Kopf und alles was sonst noch belastet von einem weichen, und man kann voller Energie und neuer Lebenskraft neuen Herausforderungen entgegentreten.

Und nun für alle Handabdruckkünstler :

Ich habe euer wunderschönes Geschenk erhalten, und mich ganz ganz wahnsinnig darüber gefreut. Ich hab es sofort allen gezeigt, und jedem erklärt, wessen Hand wem gehört.
Mama schrieb es ist ein Feelingscollector, der schlechte Gefühle sammelt, und beim nächsten Waschen in der Waschmaschine lässt, so wie es die Geschichte vom „Feelingscollector“ in einem meiner ersten Englischbücher erzählt.
Wenn es mir also nicht gut geht, dann ziehe ich einfach das T-Shirt an, und ihr alle seid bei mir :- ) und ich bin nicht mehr alleine mit meinen Sorgen.
Die Sorgen, werden dann gleich schon viel kleiner und weniger gefährlich aussehen :-).

PS: And just in case you hear by chance that our washing maschine has broken down … don’t tell anybody it was my feelings collectors fault ;-)


Samstag, 8. September 2007

One of my best birthdays ever…

Freitag 7.September 2007

Heute war so ein aufregender, bewegender und berührender Tag, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Der Einfachheit halber beginne ich jetzt einmal in der Früh, obwohl ich am liebsten hinten anfangen würde, oder am besten gleich alles auf einmal erzählen würde.

Heute Vormittag hatten wir zum ersten Mal Unterricht. Als ich mich also um kurz nach sieben Uhr mehr oder weniger fit aus dem Bett quälte, und noch nicht mal richtig realisiert hatte, was für ein Tag heute war, sprang Xiaxi auf mich zu und rief…. Xiiiiingliiii… Zhu ni shengri kuaile!!!! So süß, und so begann mein Geburtstag und erster Tag an der Uni. Gemeinsam mit Xiaxi ging ich zum Schulgebäude, und alle auf dem Weg die mich kannten, wünschten mir alles Gute. Sie hatten sich das alle gemerkt :-) Ich hatte so eine Freude.

Die ersten zwei Stunden Unterricht waren Kouyu, und ich war fast ein bisschen unterfordert. Es gab zwar schon noch ein paar Wörter, die ich nicht verstand, aber im Gegensatz zu Peking, war das total easy. Ich sah mir also noch die zweite Stunde an, in der wir eine Lehrerin hatten, die ununterbrochen drauflos quatschte, und von der ich nicht besonders viel verstand. Xiaxi meinte, dass die Lehrerin in ihrer Klasse, ganz gut war, und so setzte ich mich für die letzte Stunde in Xiaxis Klasse, wo sie gerade Kouyu hatten, das Unterrichtsfach, das ich schon in der Früh hatte, und so einfach fand, und hier war das Level schon ein bisschen höher. Irgendwie weiß ich jetzt nicht, wie ich das machen soll. Aber ich denke, dass es in dem Fall wahrscheinlich das Beste wäre Klasse zu wechseln.

In den Pausen kamen dann Tingjaechoel, Boojaecheol, Deiyong, Mate, Siceheng, Steini, Jeeny und die russischen Mädchen auf mich zu, um mir zum Geburtstag zu gratulieren, und von Daniel und Steini gab es eine richtige Geburtstagsumarmung.
Daniel schlug vor, dass wir zu meinem Geburtstag Karaoke singen könnten, und so verabredeten wir uns für den Abend in der Karaoke Bar.

In der Mensa traf ich dann die canadischen Mädchen wieder, die ich gestern beim Billiard spielen kennengelernt hatte. Mit Ihnen, Julian, Julians chinesischem Freund, Marie Luise und Zhaozhen, einem Chinesen den Gaby und Alexandra am Flughafen kennengelernt haben, fuhr ich dann zur GoldenSandBeach, wo es zwar keinen Sand gab, das Wasser dafür aber umso sauberer war, und der dunkelblauen Farbe nach zu schätzen auch sehr tief.

Während wir noch auf das 2. Taxi warteten in dem Gaby, Alex und Zhaozhen kommen sollten, schwammen Malu und ich schon eine große Runde in dem tiefblauen Wasser.
Als die Mädels und Zhaozhen dann da waren drehte ich auch mit Alexandra noch eine große Runde. Schwimmen ist einfach genial und im Meer mit dem Horizont vor dir, noch viel schöner. Ich könnte gerade ins schwärmen geraten.
Nachdem Julian und sein Freund dann schon aufbrachen, saßen wir vier noch am Strand und schauten dem Sonnenuntergang zu. Das einzige was die Romantik des Moments ein bisschen störte, war die chinesische Motorradgang, die hinter uns am Strand ein Treffen hatte.

Nachdem wir dann wieder kein Taxi zurückfinden konnten, gingen wir den Weg bis zum Xinghai hinunter, und da fing mein Telefon an, heiß zu laufen.
Die ersten waren Mama, Papa und Nicole. Ich nahm das Telefon ab, und da ertönte dreistimmig: Happy Birthday to you…. Happy Birthday to you… Ich freute mich so sehr, dass ich für einen Moment alles rund um mich vergaß und die anderen fast verloren hätte.
Aber Alex zog mich am Arm mit zum Taxi, dass sie gefunden hatten, und so fuhren wir Richtung Uni zurück. Während ich mit Nicole, Mama und Papa telefonierte, hörte ich wie ein Anruf nach dem anderen anklopfte… Kingyan, Julian, Steini….

Wir verabredeten uns im Happy together zum Abendessen. Gaby, Alex, Zhaozhen und ich bestellten uns ein koreanisches Barbecue. Hühnchen in einer leckeren Soße, mit allerhand verschiedenem Gemüse… mit Steinis Hilfe, der dann noch dazukam, schafften wir es sogar fertig zu essen.
So um halb 9 gingen wir zur Uni zurück und ich dachte, ich hätte noch eine halbe Stunde Zeit um zu duschen und mich herzurichten für den Abend. Aber als ich zurückkam warteten alle schon auf mich, um mit mir feiern zu gehen.

Ich duschte also in Rekordzeit den Sand von mir, hüpfte in neue Klamotten, und ab gings… zur Karaokebar.
Insgesamt waren es 18 Leute, die mit mir kamen, um meinem Geburtstag zu feiern. Daniel, Kingyan, Mate, Steini, Chris, Julian, Tingjaecheol, Deiyong, Boojaecheol und Sicheng, Tina, Xiaxi, Jeeny, Gaby, Alexandra, Aliena und Marie.

Im KTV bekamen wir unseren eigenen Karaoke-Raum, mit eigener Anlage und Mikrofonen. Julian gab gleich als erstes ein Solo zum Besten und lockerte damit die Stimmung auf, das zweite sang ich mit ihm, und je länger der Abend wurde, umso lustiger wurde die Stimmung, und jeder sang und tanzte. Tina und Sicheng kümmerten sich um die Musik, und ich war schon so überwältigt, dass sie alle gekommen waren, um mit mir gemeinsam meinem Tag zu feiern. Alle waren so happy und so lustig, und ich dachte, was für ein schöner Geburtstag.

Doch dann kam es noch besser. Auf einmal machte jemand die Musik aus, und Daniel kam mit einer riesigen Geburtstagstorte herein. Ich durfte die Kerzen auf der 21 ausblasen, und während ich die Torte anschnitt, sangen jeder für mich ein Happy Birthday in seiner Landessprache: Daniel in Spanisch, Steini in Isländisch, Mate in Ungarisch, Aliena in Russisch, Jeeny in Koreanisch und alle zusammen in Englisch und Chinesisch. Ich war so gerührt.

Ich saß da, mit einem Lächeln von einem Ohr bis zum anderen und wusste gar nicht was ich sagen sollte. Also rief ich ins Mikrofon, wie sehr ich allen danke, dass sie meinen Tag, zu einem so besonderen Tag gemacht haben.

Tina schenkte mir 3 Mooncakes in einer gelben Verpackung für Sonnenschein, einer grünen, für Gesundheit, und einer roten für die Liebe und wünschte mir, dass alle drei Dinge einen großen Teil meines zukünftigen Lebens ausmachen würden.
Xiaxi und Jeeny schenkten mir kleine Ohrringe in der Form von Schmetterlinge, goldbraune, passend zum Großteil meiner Kleidung.

Und Daniel schenkte mir eine der besten Geburtstagsparties ever. Er hatte mir am Nachmittag erzählt, dass er müde sei, und nicht zum Strand mitgehen könne, und als wir zurückkamen, meinte er, er wäre jetzt ausgeschlafen, aber in Wirklichkeit, hatte er keineswegs geschlafen, sondern alles für den perfekten Abend organisiert.
Die Geburtstagstorte, die ganzen Einladungen, das kleine Hütchen, das sie mir aufsetzten….
Ich war total gerührt, und vollkommen überwältigt. Ich dankte ihm tausend Mal. Ich war mir zwar nicht so ganz sicher, ob es Daniel alleine war, oder er mit den 4 Jungs aus Korea, oder mit Kingyan... Aber so schön wie das war, waren wahrscheinlich alle irgendwie involviert.

Alles kam mir vor wie ein Traum. Ein wunderschöner Traum. Dass sich jemand, den ich noch gar nicht lange kannte, solche Mühe machte, meinen Geburtstag zu organisieren, und zu einem solch wunderschönen Fest zu machen… ich konnte es gar nicht glauben, und als ich dann spät in der Nacht im Bett lag, schlief ich mit einem großen Lächeln im Gesicht ein. Mein 22tes Jahr auf Erden, hätte schöner nicht beginnen können.


Freitag, 7. September 2007

LoveCoast

Donnerstag 6.September 2007

Heute war ich mit Kingyan, Mate, Sicheng, Daniel und Julian an der LoveCoast baden. Julian und ich schwammen eine größere Runde bis zu einem kleinen Boot, wo wir uns festhielten und eine Pause im Schatten den Bootes einlegten.

Das Wasser ist noch angenehm warm und ich hatte wieder das Gefühl im Urlaub zu sein. Am Strand gruben Daniel und ich dann unsere Füße in den heißen Sand. In dem kleinen Loch, das ich buddelte fand ich ein Stein der aussah wie ein Herz. Daniel meinte, dass es dazu bestimmt eine chinesische Legende geben würde, die besagt, was das für eine Bedeutung hat, an der LoveCoast ein Herz zu finden.

Wir sahen den chinesischen Eheleuten zu, wie sie sich für ihre Hochzeitsfotos verrenkten, und genossen die Sonne. Als die Jungs Hunger bekamen, fuhren wir wieder zurück und aßen in einem kleinen koreanischen Restaurant gebratenes Hühnchen mit koreanischen Soßen. Nicht schlecht, aber Daniel meinte die Mexican Chicken Wings wären besser *gg*.

Am Abend trafen wir uns mit Andre, dem Deutschen vom ersten Tag und gingen Billiard spielen. Ich dachte er könne Kingyan vielleicht bei der Wohnungssuche helfen, und tatsächlich… Als Kingyan ihn fragte, nahm er sogleich sein Telefon heraus, und schon war irgendwas ausgemacht, dass Kingyan morgen einen Besichtigungstermin hatte, für eine Wohnung gleich in der Nähe des Campus. Andre ist wirklich ein sehr hilfsbereiter, offener und ganz und gar unkomplizierter Typ. Auch Kingyan freute sich total, und meinte, dass der heutige Tag, ein guter Tag geworden sei.

Donnerstag, 6. September 2007

Butterbrot und Bodylotion

Mittwoch 5. September 2007

Heute hatte ich zum ersten Mal seit ich in China bin Butterbrot zum Frühstück :-) Der Butter war zwar irgendwie fast flüssig, und das Brot war ein französisches Brioche, aber nach so vielen Tagen, des Wartens, feierte ich es trotzdem wie ein Mahl für Könige.

Gemeinsam mit Kingyan war ich im Carrefour einkaufen, und hatte diese Göttermahlzeit erstanden. Irgendwie komisch. Zuhause war mir Butterbrot, oder Käsebrot nie besonders speziell vorgekommen. Es war eben das, was man aß, wenn man keine Lust hatte zu kochen, und der Kühlschrank nichts anderes hergab. Aber hier in China, war es das Erste was ich vom Essen von zu Hause vermisste.

Unsere Shoppingtour im Carrefour heute war sowieso geprägt von lauter lustigen Begebenheiten.

Eigentlich wollte ich ja eine Sporthose kaufen, aber irgendwie waren die kurzen Sporthosen nur für Männer und die paar langen, die sie für Frauen hatten, waren alle mit Playboy-Bunnies bestickt *gg* Nicht gerade das, was ich an meinem Hintern haben wollte *gg*.

Dann gingen wir weiter und ich fand ein weiches Kissen für mein Bett. Ist zwar eigentlich ein Zierkissen, aber nachdem ich kein anderes fand, beschloss ich mich mit diesem abzufinden.

Dann gingen wir weiter in die Kosmetikabteilung wo ich mit Händen und Pantomime der Verkäuferin erklären wollte, dass ich Zahnseide brauchte. Sie schaute mir ganz geduldig zu, und verstand schlussendlich sogar was ich wollte, nur hatten sie das leider nicht in dem Stockwerk. Also auf zum nächsten Abenteuer. Bodylotion.

Ich fragte also wieder, diesmal sogar ohne Hände und Füße nach Bodylotion und man drückte mir eine chinesische Bodylotion in die Hand, auf der stand… Whitening…

Ich hatte schon von Seraina gehört, dass die Chinesen diesen Zusatz benutzen, um die Haut zu bleichen. Aber eigentlich wollte ich ja nicht unbedingt noch weißer werden. Auf meine Frage, nach einer Lotion ohne diesen Zusatz, schickte man mich zum Regal für Babyutensilien, wo mir die Verkäuferin eine Babymilch empfahl. Soll ganz toll sein für die Haut *gg*. Zu einer Flasche Lotion wollte sie mir noch 2 kleine Tuben von irgendwas anderem schenken, das offenbar für das Gesicht war, Babygesicht natürlich…
Also nahm ich eben Babymilch…

Am Mittag ging ich mit Xiaxi, Kingyan und den Koreanern koreanisch Essen. Kingyan hatte uns alle eingeladen, und es war wirklich gut. Wir saßen alle am Boden, an einem niedrigen Tisch und aßen von noch bruzelnden Pfannengerichten, koreanischem Sushi, koreanischen Kartoffelomletten...Ich hatte zwar etwas Mühe mit den koreanischen Stäbchen, die irgendwie eine andere Form haben, aber nachdem Xiaxi mir mit Rat und Tat zu Seite stand, schaffte ich es schlussendlich doch.

Die Koreaner und Xiaxi rufen mich jetzt alle Xingli, und ich muss sagen, ich gewöhne mich schon an den Namen. Vor allem weil Xiaxi bei jeder Gelegenheit ruft…. Xiiiiingliiii….

Am Nachmittag machten Kingyan und ich uns gemeinsam mit Xiaxi und Mina nochmals auf um eine Turnhose für mich zu finden, und Schuhe für Mina. Nach 2 Stunden fanden wir auch schließlich eine kurze Sporthose für einen annehmbaren Preis, aber bei den Schuhe hatten wir keinen Erfolg. Mani hat die gleiche Schuhgröße wie ich, und Schuhe in der Größe zu finden, ist wirklich alles andere als leicht hier. Wir waren in annähernd 20 Schuhläden, aber in keinem gab es etwas Passendes. Also gönnten wir uns ein Eis, und fuhren wieder zurück.

Am Rückweg sah ich in der Nähe unserer Uni einen Schuhmacher am Straßenrand sitzen, und nachdem wir unsere neuen Schulbücher im Bürogebäude abgeholt hatten, ging ich nochmals zu ihm zurück und fragte ob er mir helfen könne. Meine Schuhe würden mir weh tun. Die hübschen, braunen Sandalen die ich in Peking gekauft hatte, hatten nämlich plötzlich etwas Spitziges in der Sohle, das mich bei jedem Schritt drückte, und mittlerweile schon richtig weh tat. Er sah sich das an, schlug ein paar Mal kräftig mit einem hammerähnlichen Werkzeug drauf und gab ihm mir wieder zurück. Ich fragte ihn, was er dafür haben wolle, und er meinte, nichts. Ich beschloss ihm in den nächsten Tagen, mal irgendwas kleines Vorbeibringen, so gerührt war ich davon. Der Mann ist selbst sicher nicht reich, sitzt den ganzen Tag am Straßenrand und repariert die Schuhe anderer Leute, und wenn er helfen kann, dann hilft er, und verlangt nicht mal ein Geld dafür.

Zurück im Zimmer inspizierten Xiaxi und ich unsere neuen Schulbücher. 4 an der Zahl. Eines davon kam mir relativ leicht vor, und ich hatte das Gefühl, dass die Lektion 10-18 sehr den Lektionen ähnelten, die ich in der Summerschool in Peking gemacht hatte. Aber dafür schienen die anderen 3 Bücher anspruchsvoller zu sein. Ich bin schon gespannt wie der Unterricht werden wird. Ob ich wieder so überfordert bin wie in Peking, oder das Level diesmal besser eingeschätzt wurde.

Am Abend trafen wir uns dann alle wieder bei der großen Glocke am Campus, der "Bellcorner". Ich saß in Mitten von Jeeny, der kleinen Koreanerin und Xiaxi, und als ich sagte mir sei kalt, legte mir Xiaxi ihren Schal um, und Jeeny gab mir ihre Jacke :-) Irgendwann gesellte sich dann ein Neuseeländer namens Stainly zu uns. Er war richtig groß… 1m99. Da sahen jetzt die Koreaner einmal, dass ich gar nicht mal so besonders groß bin. Bis jetzt hatte ich nämlich von fast jedem von ihnen mindestens einmal gehört, wie groß ich sei, und verwundert hatten sie gefragt, ob alle Menschen in Europa so groß wären. Sie konnten sie sich vorstellen, dass es größere Männer als sie gab. Neben Stainly sahen sie jetzt alle ziemlich klein aus *gg*

Laohutan – TigerBeach

Dienstag 4.September

Heute Früh wurden wir wieder mit den chinesischen Nationalhymne geweckt. Schon gestern hatte ich mich gewundert, warum morgens um 8 plötzlich die chinesisches Nationalhymne über den Campus tönte, gefolgt von anderen Liedern, die mich irgendwie an Kinderlieder erinnerten. Ich dachte zuerst, das wäre wahrscheinlich die Begrüßung zum ersten Tag. Doch als wir heute wieder mit der Hymne geweckt wurden, erzählten mir die anderen, dass es in der Nähe einen Kindergarten gab, wo die Kinder jeden Morgen zur Nationalhymne stramm stehen müssen. Deshalb auch die Kinderlieder danach *gg*.
Nach dem Mittagessen in der Mensa, machte sich unsere Multi-culti-Gruppe auf Richtung Tiger-Beach um Baden zu gehen. Zuerst dachten Xiaxi und ich, dass wir nicht mitgehen können, weil der Internetmann kommen sollte, um Internet in unser Zimmer zu legen. Aber irgendwie hatte die Fuyuan wohl vergessen uns zu sagen, dass er gestern schon kommen wollte, als wir beim Strand waren, und deshalb bekommen wir erst am Freitag Internet ins Zimmer. Im Normalfall hätte ich mich bestimmt geärgert, aber die Alternative an den Strand gehen zu können, statt auf den Internetmann waren zu müssen, versöhnte mich gleich wieder.

Wir nahmen den Bus Richtung Bahnhof, und Tina und ich fragten nach dem Anschlussbus. Wir kamen uns ein bisschen vor wie Fremdenführer, als wir vorausgingen, und die ganze Gruppe von 17 Leuten hinter uns her. Im Bus begann eine Chinesin mit mir zu reden, und ich versuchte so gut es ging zu antworten. Obwohl ich nicht immer alles gleich auf den ersten Anhieb verstand, so konnte ich mir doch meist denken, was sie meinte und so redeten wir die ganze Busfahrt lang.
Von der Busstation waren es noch etwa 25 Minuten zu gehen. Aber das störte mich nicht, noch viel weniger, als mich Seraina anrief, und wir einen Großteil der Wegstrecke miteinander quatschten. Ich freute mich so riesig, dass sie anrief. Diese 4 Woche Peking, hatten uns wirklich zu Freundinnen, nicht nur Zimmerkolleginnen gemacht. :-)))
Hinter einem Heiratsstudio gingen wir viele schmale Treppen hinunter zu einem etwas abgelegenen, romantischen Strand, wo kaum Leute waren. Hier war es wirklich wunderschön. Das Wasser war zwar dreckiger als gestern, aber dafür war das Ambiente atemberaubend. Hier machen die chinesischen Paare gerne ihre Hochzeitfotos. Als wir dort waren, war auch gerade ein Paar dabei Hochzeitfotos zu schießen. Das Lustige war, dass ein Mann dahinter gerade seinen nackten kleinen Sohn im Meer wusch… Das werden lustige Hochzeitfotos werden, wenn man die beiden auch darauf sieht *gg*.
Als die Sonne langsam zu sinken begann, machten wir uns auf den Weg zurück.
Die meisten nahmen ein Taxi, nur Kingyan und ich beschlossen den Bus zu nehmen, und noch den Spaziergang zur Haltestelle zu genießen. Ich finde Bus fahren viel interessanter. Man lernt mehr von der Stadt kennen, kennt sich schneller aus, und hat oft ganz interessante Konversationen mit den chinesischen Leuten im Bus. Im Bus haben die Leute Zeit um zu reden, und nachdem ich, als große, blonde Frau immer irgendwie auffalle, kommt es oft vor, dass die Leute mich anreden. Vielleicht sind die Chinesen nicht immer das freundlich lächelnde Volk, das man sich bei uns so vorstellt, aber die meisten sind doch offenherzig und freundlich. Dieses typisch schüchterne Bild von sich tausendmal verneigenden Frauen trifft irgendwie eher auf die Japaner zu.
Chinesen können ganz schön laut sein, wenn ihnen was nicht passt, dann können sie mit den Händen herumfuchteln und schimpfen wie die Rohrspatzen. Schlange stehen, mögen sie sowieso nicht, wenn es nicht unbedingt sein muss. Da wird vorgedrängelt was geht.
Und was das Allerlustigste ist: der Straßenverkehr. Da wird einfach energisch drauflos gefahren, wenn jemand in die Quere kommt kräftig gehupt und weiter gefahren. Aber auch mysteriöse Weise schaffen sie es trotzdem von A nach B zu gelangen, ohne mit anderen hupenden Wagen zu kollidieren, oder irgendwelche kreuz und quer über die Straße laufende Fußgänger über den Haufen zu fahren. Ampeln werden nur hin und wieder beachtet, aber die meiste Zeit ist rot genauso gut wie grün um über die Kreuzung zu fahren.

China ist in vieler Hinsicht, ganz anders als Europa. Doch genau das, finde ich, macht es so interessant und so spannend. Ein Land voller Gegensätze, voller Dynamik, voller Energie, und doch auch geprägt von einer gewissen Ruhe, die die Menschen in sich tragen. Wenn sie sitzen können, dann sitzen sie, wenn sie liegen können dann liegen sie. Meistens haben sie Zeit für ein Gespräch, und bleiben hilfsbereit stehen, wenn man sie um Rat fragt. Sie haben Zeit stehen zu bleiben, um etwas Neues zu sehen, oder zu erfahren, oder den Ausländern beim Majiang spielen zuzusehen, wie damals in Peking.

Wenn ich mir anmaßen darf meine ersten Eindrücke der chinesischen Mentalität in einem Satz zusammenzufassen, dann würde ich die meisten Chinesen als energische, lautstarke Menschen beschreiben, die aber trotz allem ein gutes Herz und eine sehr offene, freundliche Art haben. Was mir besonders an ihnen gefällt, ist ihr zufriedener Gesichtsausdruck. Chinesen scheinen sich mit einer schwierigen Situation viel besser umgehen zu können, als wir Europäer. Wenn sie etwas nicht so toll finden, dann schimpfen sie vielleicht kurz mal wild herum, aber das scheint sich nicht auf ihre allgemeine Gemütslage auszuwirken. Davon bekommen sie noch lange keine Sorgenfalten oder einen so mürrischen Gesichtsausdruck, wie ihn viele Leute in Europa an den Tag legen.

Das ist mir besonders im Zug aufgefallen, als Mate sich ständig beschwerte wie unbequem das Bett ist, und wie schlimm er das hier alles findet. Wenn man im Gegensatz die Chinesen ansah - die lagen mit zufriedenen Gesichtern in ihren Betten, die Mutter unter uns teilte ihr Bett sogar mit ihrer kleinen Tochter, und beschwerte sich darüber nicht im Geringsten. Am Morgen saßen die Chinesen schon munter und fröhlich auf den kleinen Sitzen im Gang und mampften ihr Frühstück, während Mate, kaum aufgewacht, wieder begann sich über seine „furchtbare“ Nacht zu beklagen.

Wenn wir in Europa, ein bisschen mehr von dieser Mentalität lernen würden, dann würden wir bemerken, wie wunderschön das Leben eigentlich ist, wenn man aus den Fliegen keine Elefanten macht.

Dienstag, 4. September 2007

Einstufungstest und das erste Mal Baden im Meer :-)

Montag 3.September 2007

Heute in der Früh war Einstufungstest auf der Universität. Beim Tingli verstand ich nicht besonders viel, aber den Rest konnte ich doch mehr oder weniger gut ausfüllen, und als ich dann zu dem Gespräch mit der Prüferin kam, meinte die, mein Chinesisch wäre schon so gut, dass sie mich in die Mittelstufe in die 3. oder 4.Klasse einteilen wolle. Julian, der in Wien immer viel besser war als ich, war in die 1. Klasse eingeteilt worden, Xiaxi, die wahrscheinlich doch etwas besser Chinesisch sprach als ich ist auch in der 4. Klasse. Also entschied ich mich mal vorerst für die 3te Klasse. Aber die Prüferin meinte, dass ich auch immer noch wechseln könne, wenn es doch zu leicht oder zu schwer wäre.

Selbst wenn mein Französisch sehr daran leidet, ich freue mich total, dass es in Chinesisch so schnell vorwärts geht. Als ich in Peking ankam, konnte, bzw. traute ich mich kein Wort zu sagen, und jetzt kann ich auch in Chinesisch mein Mundwerk nicht mehr still halten ;-) Ich bin jetzt schon richtig gespannt auf den Unterricht, und voll motiviert weiter zu lernen.

Am Nachmittag fuhren Xiaxi und ich in die Stadt, wo wir Xiaxis koreanische Freundin, Stefanie und Kate wiedertrafen und noch nach Badeanzügen und Handtücher Ausschau hielten, um ans Meer baden zu fahren. Als wir nach 2 Stunden immer noch nichts gefunden hatten, was preislich und vom Aussehen her passte, beschlossen wir einfach mal zum Meer zu fahren. Steffi und ich hatten unsere Badeanzüge eh dabei und Xiaxi fand dann bei einem Stand am Meer einen.

Ich hatte so eine Gaude im Meer herumzuplantschen, zu schwimmen, und die Sonne auf der Haut zu spüren. Wir wurden zwar in unseren europäischen Badeanzügen gleich von einigen Chinesen fotografiert. Aber nachdem wir zu zweit waren, war mir das fast schon egal, und ich konnte es gar nicht glauben, in so einer schönen Stadt studieren zu dürfen, deren Zentrum aussieht, wie New York und an deren Stränden andere Urlaub machen.

Heute haben wir sogar eine Strand gefunden, der wirklich sauber war, und das Wasser ganz klar. Was will man schon mehr ???

Als ich am Abend dann auch noch einen Anruf von Anna bekam, und mit ihr über eine Stunde telefonierte, war mein Glück fast schon perfekt :-)

Das erste Mal am Meer

Sonntag 2.September

Heute rief mich Kingyan in der Früh an, und wir verabredeten uns gemeinsam mit seiner Schweizer Studienkollegin Stefanie in die Stadt zu gehen. Wir aßen wieder mal bei meinem „Koreaner“ zu Mittag und latschten ein bisschen im Stadtzentrum herum. Wenn man hier so geht, bekommt man manchmal wirklich den Eindruck, man wäre in Amerika. so modern und neu sind die Häuser. Überall gibt es Shopping Center, und Märkte, Attraktionen noch und noch. Der Eindruck verstärkte sich noch als wir gemeinsam nach Xinghai fuhren, und der Strand voll gepackt war mit Karussellen, Achterbahnen und weiß Gott noch allem. Sogar ein Bungee-jumping Turm gab es dort, von dem an ins Meer hinein bungee-jumpen konnte. Kingyan meinte, dass er das hier mal ausprobieren wolle.

Auf der Fahrt vom Stadtzentrum zum Xinghai-Park hatte wir noch einen Franzosen und eine Russin im Bus getroffen, die sich uns anschlossen.

Ich war geschockt, wie viel ich von meinem Französisch schon vergessen habe. Als ich mit dem Franzosen reden wollte, musste ich regelrecht nach den Wörtern suchen… Als erstes kam mir Chinesisch, dann Englisch, dann Deutsch und zu aller letzt Französisch in den Kopf. Ich wusste, dass ich die Wörter kennen sollte, aber in dem ganzen Sprachenwirrwarr fiel es mir so unglaublich schwer, im Französischen zu bleiben, und nicht wieder ins Chinesische oder ins Englisch zurückzufallen. Sobald ich mich im Chinesischen so gut zurecht finde, dass nicht gleich die Gefahr besteht, dass ich auch in Chinesisch keine ganzen Sätze mehr zu Stande bringe, werde ich mich wieder intensiver mit Französisch beschäftigen müssen, sonst wird das ein schlechtes Ende nehmen.

Das Meerwasser war angenehm warm, aber da hier sehr viele Menschen waren, und das Wasser nicht so besonders sauber war, beschlossen wir, morgen nach dem Test an einen anderen Strand zu fahren, und es heute, bei einem Spaziergang am Meer zu belassen.

Als ich Abends nach Hause kam, erzählten Xiaxi und ich uns noch das Neueste vom Tag, und schauten alle Wörter die wir nicht wussten im Wörterbuch nach. Gemeinsam saßen wir mit unseren kleinen elektronischen Wörterbüchern auf dem Bett und suchten nach den Wörtern, wiederholten und übten sie solange, bis wir sie wussten.

Ich denke, dass es vielleicht am Anfang etwas anstrengender ist, mit jemandem im Zimmer zu sein, der nicht Englisch redet, aber auf lange Sicht, bringt mir das bestimmt sehr viel. Besonders weil Xiaxi so eine motivierte Lernerin ist, und mich mit Ihrem Eifer mitzieht.

Sonntag, 2. September 2007

Ein Anruf von Anna

Samstag 1.September 2007

Ich war heute mehr oder weniger den ganzen Tag mit Kingyan unterwegs. In der Früh waren wir gemeinsam im Internetraum, dann wieder in der Mensa.

Es ist echt erstaunlich was für riesen Portionen man dort für 60 Cent bekommt, und dazu noch sehr gut zubereitet. Ich bin total begeistert von der Mensa. Am Nachmittag gingen wir dann gemeinsam zur Electronic City beim Olympic Square wo wir ein Netzwerkgerät für Kingyans Computer kauften. In Dalian scheint man wirklich von einem riesen Shopping Center in das andere zu laufen. Ich bin jetzt gerade erst 5 Tage da, und kenne schon 5 Einkaufszentren. Ich freue mich schon darauf, hier irgendwann mal shoppen zu gehen, und zu wissen wo man was kaufen kann, neue Sachen auszusuchen, und mit den Verkäufern um den Preis zu feilschen *gg*. Irgendwie ist das zwar sehr anstrengend, und einige wollen die Ausländer immer gewaltig übers Ohr hauen, aber wenn man sich daran gewöhnt hat und die Preise einigermaßen kennt, dann ist das Handeln eigentlich ganz lustig. *gg*

Und dann… rief Anna mich an :-) Am Vormittag hatte ich schon ihre Mail beantwortet, und freute mich so darüber, dass ich wieder Neuigkeiten von ihr hatte, und als sie mich am Nachmittag anrief, da konnte ich es erst gar nicht glauben, ihre Stimme wieder zu hören. Ich freue mich schon so wahnsinnig, wenn wir uns irgendwann mal in China treffen können. Nicht dass es mir hier nicht gut geht, aber meine besten Freunde fehlen mir trotzdem sehr. Ich habe schon so lange mit niemandem von zu Hause mehr geredet, außer Mama, Papa und Nicole natürlich, und immer nur Emails zu schreiben, ist doch etwas ganz anderes, als jemand lieben am Telefon zu haben. Den Klang der Stimme zu hören, wenn man etwas sagt, zu hören, wie sich der andere freut, oder fühlt….Leider war ich als Anna anrief gerade irgendwo im Verkehrschaos und konnte bei dem Lärm gar nicht richtig telefonieren, aber sie hat versprochen dass sie mich morgen wieder anrufen würde :-) und dann werden wir vor einer Stunde bestimmt nicht fertig werden *gg* soviel Tratsch gibt es zu erzählen.

Ein Tag mit Kingyan und Xiaxi

Freitag 31.August 2007

Heute brachen Kingyan und ich nach einem leckeren Essen in der Mensa am Campus gemeinsam mit Xiaxi auf, um eine Badehose für Kingyan und Schuhe für mich zu kaufen. Xiaxi scheint ein bisschen schüchtern zu sein, und sehr sehr höflich, aber als ich sie fragte, ob sie mit uns mitgehen mag, hatte sie gleich voll die Freude, zog sofort ihre Schuhe an, und stand schon abmarschbereit bei der Tür.

Gemeinsam fuhren wir dann in die Stadt, und quatschten die ganze Zeit Chinesisch. Ich habe wirklich das Gefühl, dass mein Chinesisch mit jedem Tag und jeder Stunde, besser wird. Von dem her, bin ich fast schon froh darüber, dass Xiaxi kein Englisch spricht, so bin ich gezwungen Chinesisch zu reden. Mit vielen anderen Austauschstudenten reden wir leider alle Englisch, weil es doch noch leichter fällt. Aber der heutige Tag war wirklich in jeder Hinsicht ein Erfolg, nicht nur was mein Chinesisch anbelangt. Wir fanden nach langem Suchen eine Badehose für Kingyan, und nach noch längerem Suche Schuhe für mich. Frauenschuhe über 40 zu finden ist hier wirklich eine Kunst. In mehr als die Hälfte der Läden ging ich hinein und fragte ob sie Schuhe 40 haben… 40???? Nein. so Was haben wir nicht. *gg* Die andere Hälfte hatte vielleicht 2 Paare, die aber entweder so hässlich waren, dass man damit nicht auf die Straße gehen konnte, oder so teuer, dass man dafür ein Vermögen hätte ausgeben müssen. Aber mit viel Geduld und Xiaxis und Kingyangs Hilfe schaffte ich es schlussendlich in einem Laden weiße Nike-Schuhe zu finden, die gar nicht teuer waren und dazu noch ganz nett aussahen. Ich denke wenn ich die Wahl gehabt hätte, hätte ich vielleicht nicht unbedingt weiße genommen, aber hier zählte einfach nur mehr, dass sie eine hübsche Form hatten und passten, nachdem ich so doof war, meine guten schwarzen Schuhe in Peking zu lassen.

Dann gingen wir uns das Swissotel anschauen… Wow, das ist ein Hotel, luxuriös, wir trauten uns fast nicht laut zu sprechen, so schön war hier alles. Zuerst dachten wir, wir könnten hier einen Kaffee trinken, aber als wir das sahen, wurde uns sofort klar, dass das eine andere Preisklasse war. Also schauten wir uns ein bisschen um, fuhren mit dem Lift mal hinauf ins Kaffee und ich kam mir vor wie Alice im Wunderland. Schauen kostet ja nichts *gg*. Dann gingen wir in einen Starbucks, und luden Xiaxi auf einen Kaffee ein. Sie freute sich so sehr, aber meinte dass sie es nur akzeptieren könne, wenn sie uns im Gegenzug ein Geschenk aus Japan machen dürfe. Dieses kleine Geschenk hat sie mir gerade überreicht, ein Orizuru (ein gefalteter Kranich, der in Japan ein Glücksbringer ist) und eine kleine Schachtel mit Keksen, die man in Japan zum Tee isst. Mit mir gemeinsam faltete sie dann noch einen Orizuru und ich machte es ihr nach. Und dann musste ich noch einen selbst machen. Jetzt stehen 5 Orizurus auf unserem Fernseher und bringen uns Glück :-) . Sie brachte mir noch ein paar japanische Wörter bei.

Am Abend ging Xiaxi dann auch noch mit, den Geburtstag des Mexikaners, Daniel, zu feiern. Er wurde heute zwanzig, und ist damit wahrscheinlich einer der jüngsten von uns.

Die meisten hier redeten zwar Englisch, aber um Xiaxi und mich bildete sich bald eine chinesische Gruppe… Deiyong und Buzhaizher aus Korea, Xiaxi, noch ein Mädchen aus Korea und ich…. Dass ich einmal in der chinesisch Gruppe sein werde, und nicht in der englischen… wer hätte das gedacht *gg*

Zhongxin, Downtown

Donnerstag 30. August 2007

Heute starteten Kingyan, Mate und ich einen neuen Versuch Sachen einzukaufen und Geld abzuheben. Wir nahmen also einen anderen Bus in die Stadt und fuhren bis wir eine große Bank sahen. Dort stiegen wir aus. Ich weiß den Namen der Bank nicht mehr, aber sie war jedenfall genau das Gegenteil der Bank of China. Wir gingen hinein und schon wartete eine freundliche Bedienstete, die uns fragte was wir wünschten. Alles war ruhig und ich fragte mich zuerst, ob das vielleicht keine richtige Bank war, weil alles so nobel und edel aussah. Aber als ich ihr erklärte, dass wir gerne mit ausländischen Bankomatkarten Geld beheben wollten, führte sie uns zu einer Reihe Bankomaten, an denen…. wir auch tatsächlich Geld herausbekamen :-)

Dann latschten wir ein bisschen in der Stadt herum, bis wir zu einem anderen riesigen Einkaufszentrum kamen. Hier fanden wir eine riesige Buchhandlung, in die ich bestimmt wieder mal zurückkommen werde, wenn ich Bücher brauche, oder schon so gut Chinesisch kann, dass ich so Magazine lesen kann. Wir kauften uns einen Dalian-Guide und Turnschuhe für Mate, aßen wieder mal im obersten Stockwerk des Gebäudes, bei einem Koreaner frisch zubereitete Nudeln… auch voll lecker. Also bisher finde ich das Essen, um einiges besser als das Essen das man in Peking zum selben Preis bekommen konnte.

Abends trafen wir dann Julian am Campus und wir setzten uns mit einigen Koreanern, einem Russen, einem Mexikaner, und noch ein paar Leuten in den Park am Campus um zu quatschen. War eine so nette Runde, dass wir bis 11 sitzen blieben. Ich denke, wir wären auch noch länger gesessen, wenn unser Wohnheim nicht um 11 zugesperrt hätte.
Als ich nach Hause kam, schlief Xiaxi schon, und ich schlich auf Zehenspitzen ins Bett.

China, eine andere Welt

Mittwoch 29.August 2007

Gleich in der Früh ging ich nochmal zum Bangongshi (Bürogebäude) und erledigte die Sache mit meinem Visum. Was ich nicht wusste zu dem Zeitpunkt, als ich meinen Pass abgab, dass unsere Bankomatkarten hier nicht funktionieren, und man um Geld zu wechseln einen Pass braucht. Nachdem Kingyan und ich uns also umsonst am Bankschalter angestellt hatten, wo rund um uns herum die Chinesen einander anschrien, die Kunden, die Bankangestellten, und die Bankangestellten die Kunden, und die Kunden sich gegenseitig, gingen wir gemeinsam wieder zurück zum Bürogebäude um unsere Pässe wieder zu holen. Damit wir diesmal schneller sind in der Bank, hatten wir uns die Formulare, die man ausfüllen muss, um hier Geld wechseln zu können gleich mitgenommen. Wie wir schon wussten, muss in China alles mit schwarzen Stift ausgefüllt werden, oder es hat keine Gültigkeit. Doch als wir zurückkamen wurden wir belehrt, dass das der falsche schwarze Stift war, und man nur mit dem Stift der Bank selbst schreiben konnte. Ein anderer, ein bisschen dickerer schwarzer Kuli… Wir bekamen wieder neue Formulare und füllten alles nochmals aus, irgendwas stimmte bei einem Formular dann wieder nicht und wir mussten noch mal irgendwas anders machen.
Wenn man es dann endlich mal geschafft hatte das Formular richtig auszufüllen, wurde alles rot gestempelt und man musste sich am nächsten Schalter wieder anstellen, wo dann das Geld ausbezahlt wurde. Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich das alles jetzt lustig finden sollte, oder lieber auch wie die Chinesen anfangen lauthals zu schimpfen.

Nachdem die Geldsache dann endlich erledigt war, nahmen Kingyan, Mate und ich auf gut Glück einen Bus in Richtung Stadt. Wir waren auf der Suche nach einem Shoppingcenter, wo wir neue Sachen für Kingyan einkaufen konnten, da die Fluggesellschaft seinen Koffer irgendwo verschlampt hat, und sie weder wussten wo er war, noch wann er wieder auftauchen würde.

Das Einkaufszentrum das wir dann fanden, war riesig groß und man hätte hier bestimmt alles finden können, wenn man sehr reich wäre, und Geld keine Rolle spielen würde. Dafür waren die Nudeln, die wir im obersten Stockwerk des Gebäudes aßen, richtig gut. Ich hatte so einen Hunger, dass ich meine riesen Portion schneller als die Jungs fertig hatte.

Irgendwie fuhr dann der Bus auch nicht auf der gleichen Straße wieder zurück wie er gekommen war, und wir schafften es, wieder mindestens eine halbe Stunde nach dem Bus zu suchen. *gg* Die Auskunft der Chinesen, die ich fragte war auch meist nicht sehr genau. Wenn man Chinesen nach dem Weg fragt, dann deuten sie einfach in eine Richtung und sagen… dorthin. Keine Ahnung, ob sie meinten, ich würde die Wegbeschreibung nicht verstehen, oder ob das ihre Art ist einen Weg zu beschreiben.

Zurück beim Campus ging ich dann relativ gleich mal ins Zimmer und ins Bett, da ich auf einmal richtig schlimm Kopfweh hatte. Xiaxi war eh auch schon zu Hause, und nachdem wir noch ein paar Worte gewechselt hatten, legte sie sich auch ins Bett. Da Xiaxi kein Englisch spricht, versuchen wir uns auf Chinesisch zu verständigen… Es war ganz lustig, wie ich ihr erklären wollte, dass es ein Feuerwerk gegeben hat… ich machte in der Luft Bewegungen, wie beim Pantomime, bis sie rief… ahh… Fire…! *gg*

Ankunft in Dalian

Dienstag 28. August 2007

Heute um 15:10 kam der Zug dann endlich in Dalian an. Als wir aus dem Zug ausstiegen, wurden wir fast erschlagen von den riesigen Gebäuden. Es war heiß, die Koffer und Taschen begannen schwer zu werden, und Mate begann von neuem zu schimpfen. Als wir dann endlich ein Taxi gefunden hatten, schmiss der Taxifahrer unsere Koffer einfach nur in den Kofferraum, machte nicht mal die Heckklappe zu, und fuhr schon los, bevor ich ganz ins Taxi eingestiegen war. Dann warf er uns einfach vor dem Tor des Unicampus hinaus, und da standen wir wieder mit unseren Koffern.

Doch nachdem wir den ersten Schock überwunden hatten, fragten wir ein paar Leute am Wegrand, sie wussten es zwar auch nicht, aber riefen sofort im Bürogebäude an und fragten für uns nach Hilfe. Kurze Zeit später holte uns ein sehr sympathischer, junger Chinese namens Ping ab, und führte uns zum Bürogebäude, wo wir uns anmelden konnten. Der Officer Yangmingli, dem ich zuvor schon öfters wegen dem Visum geschrieben hatte, konnte sich sogar an mich erinnern. Da Ping und der Officer auch sehr gut Englisch sprechen, war das in kurzer Zeit erledigt, und wir bezogen unsere Zimmer im Sushi (Wohnheim) Nummer 2. Ein Deutscher, den wir im Bangongshi kennengelernt hatten, bot uns an, uns zu begleiten. Mein Zimmer liegt im 5ten Stock, ohne Lift. Das wird hübsche Beine abgeben, wenn ich jeden Tag ein paar mal 5 Stockwerke hinauf und hinunter rennen muss *gg*. Das Zimmer ist relativ groß und viel sauberer als das in Peking. Wir haben zwar keinen Kühlschrank, aber ansonsten ist alles ein Stück schöner als das Stundentenzimmer, das ich in Peking hatte. Wir haben sogar einen kleinen Balkon. :-)

Wir stellten nur schnell die Koffer ins Zimmer und schon waren wir wieder unterwegs. Andre, der Deutsche, hatte uns angeboten uns ein bisschen die Umgebung zu zeigen. Da er schon ein Jahr in Dalian gelebt hat, konnte er uns auch gleich beim SIM-Kartenkauf behilflich sein. Jetzt habe ich endlich eine SIM mit der ich SMS ins Ausland schicken kann, und aus dem Ausland empfangen kann und für Anrufe aus dem Ausland nichts bezahle. Das Einzige ist, dass ich mir noch eine zusätzliche IP-Karte dazukaufen müsste, wenn ich ins Ausland telefonieren will. Aber vorläufig reicht das jetzt auch so mal.

Wir schauten uns auch noch Andres Wohnung an. Echt groß, mit 2 Schlafzimmern, Wohnzimmer, Bad und Küche um nicht mal die Hälfte von dem was ich in Wien bezahle. Mate meinte gleich, dass er auch eine Wohung haben wolle, aber ich denke, wenn meine Zimmernachbarin nett ist, dann bleibe ich lieber im Heim, und spare das Geld, das ich sonst jeden Monat für die Miete bezahle für eine Reise in China, oder schöne Winterkleidung.

Am Abend gingen wir dann mit Andre und Emma, einer chinesischen Freundin vom ihm Jiaozi essen, und Emma erzählte uns, dass es heute auf dem größten Platz in der Stadt, auf dem Xinghaiplatz (Sternenmeerplatz) ein großes Feuerwerk geben würde. Ich war sofort begeistert, und Andre und Emma überzeugten auch Mate davon, dass er da unbedingt hinmusste. Wir nahmen also ein Taxi und fuhren zu dem Platz.

Der Taxifahrer war richtig unfreundlich, machte sich darüber lustig, dass wir nicht so gut Chinesisch konnten, und fragte uns dauernd was die Stimme im Radio gesagt hat. Dann ließ er uns noch Ewigkeiten vor dem Platz aussteigen, weil Stau war, und er keine Lust hatte da rüber zu fahren. Das Feuerwerk begann schon, als wir noch in Richtung des Platzes gingen, aber wir kamen dennoch rechtzeitig um einen Großteil des Yanhuojie (des Feuerwerks) zu sehen. Ich stand da und freute mich wie ein kleines Kind. Ein Feuerwerk zu meiner Begrüßung :-)

Nicht einmal, dass es Ewigkeiten dauerte, bis wir ein Taxi zurück fanden, weil einfach so viele Leute ein Taxi haben wollten, konnte meine Stimmung verderben. Ich versuchte Mates Nörgeleien zu überhören und freute mich, eine solche Chance bekommen zu haben, in so ein fremdes, fernes Land fahren zu dürfen, so viel neues erleben zu können, selbst wenn man manche Erfahrungen vielleicht lieber nicht hätte machen wollen, ich fühlte mich wie ein kleines Mädchen auf großer Abenteuerfahrt.

Als wir dann endlich heimkehrten, trafen wir auf dem Weg einen Schweizer, der uns ansprach, ob wir auch Deutsch sprechen. Wie sich herausstellte, war es Kingyan, ein Schweizer mit Hongkonger Wurzeln, der auf der gleichen Universität wie Seraina studiert, und von dem sie mir schon erzählt hatte. Wir tauschten Handynummern aus, und machten aus, am nächsten Tag gemeinsam was zu unternehmen.

Zurück im Zimmer traf ich dann zum ersten Mal meine japanische Mitbewohnerin Natsuki, mit chinesischem Namen Xiaxi. Ich stellte mich als Desiree vor, was irgendwie zu schwer war, also beschlossen wir, dass sie mich bei meinem chinesischen Namen rufen sollte… 笛星丽 dixingli… di steht dabei für den Nachnamen und bedeutet soviel wie Flöte, oder pfeifen, xingli, wäre mein Vorname und bedeutet Stern und hübsch, und alles zusammen klingt ein bisschen wie Desiree *gg* Wir redeten noch ein bisschen und legten uns dann ins Bett. Ich ließ mich zurückfallen auf mein Polster, aber oh du meine Güte.
Das war kein richtiges, weiches Polster, sondern ein Kissenbezug voller Reisstroh und Reiskörnern… Keine Ahnung wie man da eine Mulde hineinbringen sollte, um den Kopf bequem zu betten. Ziemlich bald schmiss ich das Polster aus dem Bett und schlief ohne, das war immer noch besser, als dieses Strohzeug. *gg*

Abschied von Peking

Montag 27. August

Heute war mein letzter Tag in Peking. Am Vormittag war ich noch ein bisschen mit Franziska herum, und dann wollten wir eigentlich nochmal zum Wudaokou-Market gehen, weil sich Franzi noch eine Jacke kaufen wollte, die ihr gefallen hat.

Aber ich war irgendwie so erledigt und müde, dass Franzi mir anbot in ihrem Bett eine Weile zu schlafen, weil ich mein Zimmer schon räumen musste und meine Koffer und alles derweil bei Emanuele und Pawel im Zimmer standen.

Es war ohnehin so lieb von Emanuele und Pawel. Sie haben sich so rührend um mich gekümmert und als ich am Abend noch bei ihnen saß boten sie mir an bei ihnen zu duschen, und Emanuele organisierte sogar ein frisches Badetuch für mich :-)

Ich glaube die Fuyuans (Bediensteten) im Wohnheim befürchteten ohnehin schon, dass ich mein Zimmer nicht mehr weiterzahlen wollte, und bei den Jungs eingezogen wäre *gg*. Später setzten wir uns dann gemeinsam in die Blablabar am Campus, und Emanuele und ich unterhielten uns so gut, machten Fotos voneinander und miteinander und hatten eine extrem lustige Zeit. Dann kümmerten er und Pawel sich noch darum, dass ich ja zum richtigen Bahnhof fahren würde, und trugen meine Koffer und meine Taschen bis zum Taxi. So lieb von den beiden. Ich wollte gar nicht gehen.

Gemeinsam mit Mate, einem Ungar fuhr ich dann zum Bahnhof. Dort lagen die Chinesen alle auf aufgefalteten Zeitungen am Boden und schliefen, bis der Zug kam, es roch fürchterlich. Mate war so unzufrieden mit der Situation, dass ich Mühe hatte, ihn wieder etwas optimistischer zu stimmen. Auch im Zug fand er alles zu klein, zu stinkend…

Als Sohn eines ungarischen Doktors und Parlamentariers war er wahrscheinlich besseres gewohnt. Er glaubte die 14 Stunden Zugfahrt nicht zu überleben. Ich selbst aber schlief wie ein kleines Kind auf der Miniliege im Zug, mit dem Laptoprucksack unter meinen Füßen *gg*. Ich fand es sogar noch lustig, die einzige westlich aussehende Frau unter den ganzen Chinesen im Zug zu sein. Ein kleines Kind starrte dann immer zu mir hoch, und als ich ihr winkte lächelte sie. Am Morgen kletterte ich dann die kleine Leiter hinunter und setzte mich zu ihr. Ich hatte etwas Mühe zu verstehen, was sie sagte, aber irgendwie schafften wir es trotzdem uns 2 Stunden auf Chinesisch zu unterhalten. Ich habe das Gefühl mit jedem Tag und jeder Konversation die ich auf Chinesisch führe, wird mir die Sprache vertrauter, und selbst wenn ich die Worte noch nicht kann, oder nicht weiß, wie man das genau sagt, so habe ich doch das Gefühl, jedes Mal ein bisschen besser kommunizieren zu können.

Abschied

Sonntag 26.August 2007

Heute früh weckte uns Patrick und Meli und ich frühstückten gemeinsam in ihrem Hotelzimmer. Dann machten wir uns auf dem Weg zum Yaxiu-Market, wo wir eine große Tasse Tee tranken, da der Markt noch gar nicht offen war, und wir noch auf Berhard und Sabine warten mussten. Als die beiden dann da waren, gingen wir gemeinsam bummeln.
Meli und ich fanden endlich unsere Schlapfen und auch sonst noch ein paar Dinge die Meli haben wollte.

Gleich als ich nach Hause kam, erledigte ich dann die Sache mit dem Zugticket nach Dalian. 121 Yuan (12,1 Euro) Ich hatte gedacht, dass das viel teurer wäre.

Am Nachmittag als Meli wieder zu meiner Uni kam, gingen wir ins Internetcafe um ein paar Mails zu schicken.
Abends aßen wir gemeinsam mit Carmen bei einem kleinen japanischen Restaurant im Koreanerviertel. War soooo lecker, aber auch so viel. Wir hatten alle fast Bauchschmerzen, so viel hatten wir gefuttert.

In einer kleinen Buchhandlung neben dem Restaurant fand ich schlussendlich auch endlich einen China-Guide und ein Chinesisch-Grammatikbuch. :-)

Dann musste Meli gehen. Ich war irgendwie traurig, dass wir uns schon wieder verabschieden mussten, und freute mich aber auch gleichzeitig, dass wir 3 so schöne Tage gemeinsam in Peking verbringen konnten. Wir hatten in Wien eigentlich nicht so viel Kontakt zueinander, aber in den Tagen hier in Peking, haben wir uns sehr viel besser kennen gelernt und als ich sie verabschiedete, hatte ich schon das Gefühl eine gute Freundin zu verabschieden.

Aber damit wars mit Abschieden noch nicht genug. Gemeinsam mit Franziska fuhr ich dann in die Nähe der AndingmenWaidajie, wo wir uns mit Patrick, Berhard, Quirin und Sabine trafen. Auch von ihnen allen musste ich mich verabschieden.
Der einzige Lichtblick war, dass ich Patrick ja bestimmt mal wieder sehe, wenn ich wieder mal nach Peking fahre.

Tag 2 mit Meli

Samstag 25. August 2007

Heute kam Meli in der Früh zu mir, und wir gingen ein bisschen shoppen. Eigentlich wollten wir ja niedrige Schlapfen oder Sandalen haben, wurden aber nicht fündig.
Auch unsere Suche nach einem China-Guide blieb erfolglos. Aber das störte uns nicht so besonders, weil wir uns die ganze Zeit vieles zu erzählen hatten.

Am Abend gingen wir dann wieder zum Japaner am Campus und aßen die famosen Nudeln. Dann beschlossen wir, dass ich heute bei Meli übernachte, die in der Nähe von Sanlitun ein Hotel gemietet hat, ich packte ein paar Sachen ein und wir fuhren zu ihr.

Bei ihr im Hotel richteten wir uns für den Abend her, und trafen uns dann mit Berhard, Patrick, Franziska und noch ein paar Mädels in der Nähe von Sanlitun, in einer arabischen Bar, 1001 Nights.

Meli und ich waren so richtig zum Tanzen aufgelegt, auch Franziska wollte gerne mitkommen, aber die Burschen waren nicht zu motivieren, also setzten wir uns noch in ein anderes Lokal, um ein Bier zu trinken, und gingen dann gemeinsam mit noch einer alleine weiter tanzen.

Franzi, Meli und mir gefiel es in der BarBlu eigentlich ganz gut, und wir hätten eine lustige Zeit gehabt, wenn die vierte sich nicht in den Kopf gesetzt hätte, gegen uns alle zu entscheiden, dass wir jetzt wo anders hin gehen müssten. Ich hatte dann die Idee, dass wir vielleicht ins ChinaDoll schauen könnten, wo das letzte Mal der DJ so lässigen House aufgelegt hatte. Aber diesmal war die Musik dort wirklich Schei… Es waren viel zu viele Leute, und man hatte Mühe zu erkennen, dass das noch Musik sein sollte. So lässig der DJ das letzte mal aufgelegt hatte, als ich mit Lukas hier war, so beschissen legte der heute auf. Naja… jedenfalls hielten wir es nicht besonders lange dort aus, und Meli und ich gingen wieder zurück in die BarBlu und tanzten dort noch ein paar Stunden zu lateinamerikanisch angehauchter Musik; War gar nicht schlecht, bis der DJ irgendwann für 20min das gleiche Lied spielte, und immer wieder darauf zurückkam. Da gingen wir dann heim. Obwohl wir mit den DJs heute nicht besonders viel Glück hatten, waren Meli und ich uns doch einig, dass es ein ganz netter Tag und Abend geworden ist.