Donnerstag, 6. September 2007

Butterbrot und Bodylotion

Mittwoch 5. September 2007

Heute hatte ich zum ersten Mal seit ich in China bin Butterbrot zum Frühstück :-) Der Butter war zwar irgendwie fast flüssig, und das Brot war ein französisches Brioche, aber nach so vielen Tagen, des Wartens, feierte ich es trotzdem wie ein Mahl für Könige.

Gemeinsam mit Kingyan war ich im Carrefour einkaufen, und hatte diese Göttermahlzeit erstanden. Irgendwie komisch. Zuhause war mir Butterbrot, oder Käsebrot nie besonders speziell vorgekommen. Es war eben das, was man aß, wenn man keine Lust hatte zu kochen, und der Kühlschrank nichts anderes hergab. Aber hier in China, war es das Erste was ich vom Essen von zu Hause vermisste.

Unsere Shoppingtour im Carrefour heute war sowieso geprägt von lauter lustigen Begebenheiten.

Eigentlich wollte ich ja eine Sporthose kaufen, aber irgendwie waren die kurzen Sporthosen nur für Männer und die paar langen, die sie für Frauen hatten, waren alle mit Playboy-Bunnies bestickt *gg* Nicht gerade das, was ich an meinem Hintern haben wollte *gg*.

Dann gingen wir weiter und ich fand ein weiches Kissen für mein Bett. Ist zwar eigentlich ein Zierkissen, aber nachdem ich kein anderes fand, beschloss ich mich mit diesem abzufinden.

Dann gingen wir weiter in die Kosmetikabteilung wo ich mit Händen und Pantomime der Verkäuferin erklären wollte, dass ich Zahnseide brauchte. Sie schaute mir ganz geduldig zu, und verstand schlussendlich sogar was ich wollte, nur hatten sie das leider nicht in dem Stockwerk. Also auf zum nächsten Abenteuer. Bodylotion.

Ich fragte also wieder, diesmal sogar ohne Hände und Füße nach Bodylotion und man drückte mir eine chinesische Bodylotion in die Hand, auf der stand… Whitening…

Ich hatte schon von Seraina gehört, dass die Chinesen diesen Zusatz benutzen, um die Haut zu bleichen. Aber eigentlich wollte ich ja nicht unbedingt noch weißer werden. Auf meine Frage, nach einer Lotion ohne diesen Zusatz, schickte man mich zum Regal für Babyutensilien, wo mir die Verkäuferin eine Babymilch empfahl. Soll ganz toll sein für die Haut *gg*. Zu einer Flasche Lotion wollte sie mir noch 2 kleine Tuben von irgendwas anderem schenken, das offenbar für das Gesicht war, Babygesicht natürlich…
Also nahm ich eben Babymilch…

Am Mittag ging ich mit Xiaxi, Kingyan und den Koreanern koreanisch Essen. Kingyan hatte uns alle eingeladen, und es war wirklich gut. Wir saßen alle am Boden, an einem niedrigen Tisch und aßen von noch bruzelnden Pfannengerichten, koreanischem Sushi, koreanischen Kartoffelomletten...Ich hatte zwar etwas Mühe mit den koreanischen Stäbchen, die irgendwie eine andere Form haben, aber nachdem Xiaxi mir mit Rat und Tat zu Seite stand, schaffte ich es schlussendlich doch.

Die Koreaner und Xiaxi rufen mich jetzt alle Xingli, und ich muss sagen, ich gewöhne mich schon an den Namen. Vor allem weil Xiaxi bei jeder Gelegenheit ruft…. Xiiiiingliiii….

Am Nachmittag machten Kingyan und ich uns gemeinsam mit Xiaxi und Mina nochmals auf um eine Turnhose für mich zu finden, und Schuhe für Mina. Nach 2 Stunden fanden wir auch schließlich eine kurze Sporthose für einen annehmbaren Preis, aber bei den Schuhe hatten wir keinen Erfolg. Mani hat die gleiche Schuhgröße wie ich, und Schuhe in der Größe zu finden, ist wirklich alles andere als leicht hier. Wir waren in annähernd 20 Schuhläden, aber in keinem gab es etwas Passendes. Also gönnten wir uns ein Eis, und fuhren wieder zurück.

Am Rückweg sah ich in der Nähe unserer Uni einen Schuhmacher am Straßenrand sitzen, und nachdem wir unsere neuen Schulbücher im Bürogebäude abgeholt hatten, ging ich nochmals zu ihm zurück und fragte ob er mir helfen könne. Meine Schuhe würden mir weh tun. Die hübschen, braunen Sandalen die ich in Peking gekauft hatte, hatten nämlich plötzlich etwas Spitziges in der Sohle, das mich bei jedem Schritt drückte, und mittlerweile schon richtig weh tat. Er sah sich das an, schlug ein paar Mal kräftig mit einem hammerähnlichen Werkzeug drauf und gab ihm mir wieder zurück. Ich fragte ihn, was er dafür haben wolle, und er meinte, nichts. Ich beschloss ihm in den nächsten Tagen, mal irgendwas kleines Vorbeibringen, so gerührt war ich davon. Der Mann ist selbst sicher nicht reich, sitzt den ganzen Tag am Straßenrand und repariert die Schuhe anderer Leute, und wenn er helfen kann, dann hilft er, und verlangt nicht mal ein Geld dafür.

Zurück im Zimmer inspizierten Xiaxi und ich unsere neuen Schulbücher. 4 an der Zahl. Eines davon kam mir relativ leicht vor, und ich hatte das Gefühl, dass die Lektion 10-18 sehr den Lektionen ähnelten, die ich in der Summerschool in Peking gemacht hatte. Aber dafür schienen die anderen 3 Bücher anspruchsvoller zu sein. Ich bin schon gespannt wie der Unterricht werden wird. Ob ich wieder so überfordert bin wie in Peking, oder das Level diesmal besser eingeschätzt wurde.

Am Abend trafen wir uns dann alle wieder bei der großen Glocke am Campus, der "Bellcorner". Ich saß in Mitten von Jeeny, der kleinen Koreanerin und Xiaxi, und als ich sagte mir sei kalt, legte mir Xiaxi ihren Schal um, und Jeeny gab mir ihre Jacke :-) Irgendwann gesellte sich dann ein Neuseeländer namens Stainly zu uns. Er war richtig groß… 1m99. Da sahen jetzt die Koreaner einmal, dass ich gar nicht mal so besonders groß bin. Bis jetzt hatte ich nämlich von fast jedem von ihnen mindestens einmal gehört, wie groß ich sei, und verwundert hatten sie gefragt, ob alle Menschen in Europa so groß wären. Sie konnten sie sich vorstellen, dass es größere Männer als sie gab. Neben Stainly sahen sie jetzt alle ziemlich klein aus *gg*

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