Montag 27. August
Heute war mein letzter Tag in Peking. Am Vormittag war ich noch ein bisschen mit Franziska herum, und dann wollten wir eigentlich nochmal zum Wudaokou-Market gehen, weil sich Franzi noch eine Jacke kaufen wollte, die ihr gefallen hat.
Aber ich war irgendwie so erledigt und müde, dass Franzi mir anbot in ihrem Bett eine Weile zu schlafen, weil ich mein Zimmer schon räumen musste und meine Koffer und alles derweil bei Emanuele und Pawel im Zimmer standen.
Es war ohnehin so lieb von Emanuele und Pawel. Sie haben sich so rührend um mich gekümmert und als ich am Abend noch bei ihnen saß boten sie mir an bei ihnen zu duschen, und Emanuele organisierte sogar ein frisches Badetuch für mich :-)
Ich glaube die Fuyuans (Bediensteten) im Wohnheim befürchteten ohnehin schon, dass ich mein Zimmer nicht mehr weiterzahlen wollte, und bei den Jungs eingezogen wäre *gg*. Später setzten wir uns dann gemeinsam in die Blablabar am Campus, und Emanuele und ich unterhielten uns so gut, machten Fotos voneinander und miteinander und hatten eine extrem lustige Zeit. Dann kümmerten er und Pawel sich noch darum, dass ich ja zum richtigen Bahnhof fahren würde, und trugen meine Koffer und meine Taschen bis zum Taxi. So lieb von den beiden. Ich wollte gar nicht gehen.
Gemeinsam mit Mate, einem Ungar fuhr ich dann zum Bahnhof. Dort lagen die Chinesen alle auf aufgefalteten Zeitungen am Boden und schliefen, bis der Zug kam, es roch fürchterlich. Mate war so unzufrieden mit der Situation, dass ich Mühe hatte, ihn wieder etwas optimistischer zu stimmen. Auch im Zug fand er alles zu klein, zu stinkend…
Als Sohn eines ungarischen Doktors und Parlamentariers war er wahrscheinlich besseres gewohnt. Er glaubte die 14 Stunden Zugfahrt nicht zu überleben. Ich selbst aber schlief wie ein kleines Kind auf der Miniliege im Zug, mit dem Laptoprucksack unter meinen Füßen *gg*.
Ich fand es sogar noch lustig, die einzige westlich aussehende Frau unter den ganzen Chinesen im Zug zu sein. Ein kleines Kind starrte dann immer zu mir hoch, und als ich ihr winkte lächelte sie. Am Morgen kletterte ich dann die kleine Leiter hinunter und setzte mich zu ihr. Ich hatte etwas Mühe zu verstehen, was sie sagte, aber irgendwie schafften wir es trotzdem uns 2 Stunden auf Chinesisch zu unterhalten. Ich habe das Gefühl mit jedem Tag und jeder Konversation die ich auf Chinesisch führe, wird mir die Sprache vertrauter, und selbst wenn ich die Worte noch nicht kann, oder nicht weiß, wie man das genau sagt, so habe ich doch das Gefühl, jedes Mal ein bisschen besser kommunizieren zu können.
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