Samstag, 3. November 2007

Essen auf der Straße


Mittwoch 24. Oktober 2007

Heute nach der Schule, gingen Kingyan und ich gemeinsam in einem kleinen, chinesischen Restaurant in der Nähe unserer Universität essen, bzw wir wollten. Julian hatte uns erzählt, dass das Essen dort recht fein, und noch dazu sehr günstig war, und so beschlossen wir also, uns das mal anzusehen.

Womit wir jedoch nicht gerechnet hatten, war, dass nachdem in dem kleinen Laden kein Platz mehr war, einfach kurzerhand ein Klapptisch aus dem Hinterraum geholt und vor dem Restaurant auf der Straße aufgestellt wurde. Wir standen noch etwas verwundert da, und wussten nicht genau, was wir davon halten sollten, da wurden auch schon zwei klapprige Stühle herbeigebracht und wir wurden aufgefordert uns zu setzen...
So saßen wir mitten auf dem Gehsteig, mit einem Klapptisch und wackeligen Stühlen und warteten auf unser Essen. Was zuerst recht eigenartig anmutete, war schlussendlich gar nicht mal so schlecht. So konnten wir in der frischen Luft, bei Sonnenschein essen, mussten uns nicht das Gastzimmer, mit wild gestikulierenden und laut diskutierenden Chinesen teilen, und wurden noch dazu nicht von deren Rauchschwaden eingenebelt. Langweilig wurde einem dabei auch nicht, wenn man praktisch mitten auf der Straße, mitten im Geschehen saß und die vorbeigehenden Passanten beobachten konnte wie sie ihre neu erstandene Winterkleidung zur Schau trugen.
Da die Chinesinnen, ihre Kleidung ja nach dem Motto „Unbedingt aufallen“ auszusuchen scheinen., hatten wir, bzw, wohl eher ich eine lustige Zeit die vielen kunterbunten Studentinnen heimgehen zu sehen.

Wenn die Jacke grün ist, dann trägt man dazu am besten hohe rote-schwarzgestreifte Pippilangstrumpfsocken, gelb-orange Schuhe und einen schwarzen, mit Spitzen versehenen Jeansminirock, und man ist wahrscheinlich an Kreativität und Farbenvielfalt schwer zu übertreffen, wobei man gewiss sein kann, dass man wahrscheinlich an der Spitze einer bunten Schar stehen wird, die alle versuchen werden, einen in Form und Farbe zu übertreffen.

Nein, ganz so schlimm ist es nicht, aber es scheint wirklich dass die Chinesinnen nach der langen Zeit der Uniformierung eine ganz besondere Vorliebe für die grellsten Farben und eine eigentümliche Mischung dieser entwickelt haben, die mit unserem europäischen Modeverständnis nicht unter einen Hut zu bringen ist. Auch werden verschiedene Kleiderstile gemixt und zu einem Outfit vereint, das uns den Eindruck vermitteln könnte, man hätte einfach wahllos in den Kleiderschrank gegriffen, und versucht Abendkleidung mit dem Sportanzug zu kombinieren.
Das interessante ist aber, dass manche, das so geschickt machen, dass man direkt schon wieder von Fashion sprechen könnte. Ein Europäer würde sich darin bestimmt wie ein Clown vorkommen, und auch so aussehen… aber bei manchen dieser schlanken Chinesinnen, sieht dieser Aufzug gar nicht so schlecht aus.

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