Sonntag 11. November 2007
Heute gleich in der Früh, noch bevor ich mit Kingyan zu unserem sonntäglichen Frühstück aufbrach, schaltet ich meinen Computer ein, um die ersten Fotos von der kleinen Isabella und ihrer stolzen Mami zu sehen. Ein so süßes Baby, und noch so winzig klein. Ich wollte es am liebsten gleich schon wieder herzen.
Ein seltsames aber ebenso freudiges Gefühl überkam mich, wenn ich daran dachte, dass die Beziehung meiner kleinen, großen Schwester nun zu einer richtigen, kleinen Familie geworden ist, und sie in ihren Armen wahrscheinlich gerade ihre wunderschöne kleine Tochter hielt.
Ich schaute die Fotos wieder und wieder an, und wünschte mir so sehr ich könnte zu Hause sein. Warum war ich nur so weit weggegangen? Warum, warum, warum? Ich wusste warum; Ich wusste, dass ich selber entschieden hatte, hierher zu kommen, aber damals hatte ich nicht realisiert, was das bedeutet. Dass ich dann wie ein außen stehender Beobachter zusehen muss, wie ein neuer Mensch in unsere Familie geboren wird, dass ich diesen neuen Menschen nicht in den Arm nehmen kann, meine liebe Schwester nicht drücken kann, oder ihr helfen kann, dass ich dann alle diese tiefen Gefühle, die diese besondere Zeit prägen nur aus der Ferne erfahren kann. Ich war wieder den Tränen nahe, und sehnte mich danach, mit ihr diese Momente erleben zu dürfen.
In Gedanken versunken, und im Herzen bei meiner Schwester machte ich mich auf den Weg mit Kingyan frühstücken zu gehen, und egal wie groß mein Kummer auch war, er schaffte es mit seiner ruhigen optimistischen Art mich wieder aufzuheitern, und mit seinen ironisch-sarkastischen Sprüchen sogar zum Lachen zu bringen.
Ich bin froh, hier so liebe Freunde gefunden zu haben, denn ohne sie wäre die Zeit hier in China nur halb so schön. Wo immer der Schuh drückt, was immer es ist, was mein Herz bedrückt, sie schaffen es, mich mit ihrer guten Laune anzustecken, und den Sonnenschein in mein Herzen zurück zu bringen.
Am Abend skypte ich dann auch noch mit meiner lieben Anna, und als ich ihre Stimme dann wieder hörte, ging’s mir im Herzen schon fast wieder gut. Obwohl sie so weit weg ist, und wir uns nun so lange Zeit nicht sehen können, so sind wir im Herzen doch immer beieinander, und für einander da. Jeden Tag, selbst wenn wir uns nicht sehen können, so können wir doch fast jeden Tag im ICQ quatschen und dann hab ich das Gefühl, dass sie eigentlich gar nicht so weit weg ist. Ich bin wirklich so unendlich glücklich, eine so liebe Freundin gefunden zu haben, mit der ich alles teilen kann, meine Freude, meinen Kummer, meine Gedanken, mein Herz. Eine Freundin, die mich immer wieder aufbaut, wenn ich traurig bin, wenn ich Liebeskummer hab, wenn’s mir nicht gut geht. Eine Freundin, die mich einfach nie im Stich lässt, egal wie weit wir voneinander getrennt sind. Einfach ein kleiner Engel auf Erden :-)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen