Mittwoch, 13. Februar 2008

Privatdisko am Strand - Tanzen im Sand

Mittwoch 23. Jänner 2008

Heute fuhren Anna und ich auf Besuch ins Sheraton. Nachdem die Mädels uns in der Jugendherberge gesagt hatten, wir könnten da ganz einfach mit dem Doppeldeckerbus der vorne an der Straße vorbeifährt bis zum Sheraton fahren und dann dort durch das Hotel hindurch zum Strand hinunter gehen, im Sheraton die Duschen benutzen und gratis Handtücher bekommen, da beschlossen wir uns das sofort mal anzusehen.

Von den Auskünften der Mädels stimmte zwar fast nichts, und wir warteten Ewigkeiten auf einen Doppeldeckerbus der irgendwie nicht kam, und fuhren dann schlussendlich, nachdem wir die in chin. Zeichen geschriebenen Buspläne studiert hatten, mit irgendeinem der halb-öffentlichen Busse zum Sheraton.

Dort stiegen wir aus, machten und machten überwältigt von der noblen Anlage gleich mal ein paar Fotos, und gingen dann auf der Suche nach dem Weg zum Strand, von dem uns die Mädels erzählt hatten, durchs Hotel. Irgendwie war das wohl doch nicht so ganz offiziell, dass die Jugendherbergegäste da so einfach hindurch laufen konnten. Doch wir verbargen unsere Entzückung über den wunderschönen Hotelpark so gut wir konnten, denn … wir waren solchen Luxus ja gewöhnt *gg*, haben da ja schließlich schon 2 Wochen gewohnt oder *gg*. Hindurch durch den Park mit kleinen Pavillons, azurblauen Pools, Palmen und roten Blumenbüschen, kamen wir dann schließlich an den Strand…

Auf dem zum Hotel gehörenden Privatstrand war fast kein Mensch zu sehen, und nur gelegentlich schaute einer der noblen Hotelgäste über sein Buch von seiner Strandliege auf.

Wir setzten uns, als die Töchter von Millionären, die wir vorgaben zu sein, natürlich auch auf eine er Liegen und genossen den wunderbaren Ausblick auf den menschenleeren Strand. Während es in Dadonghai, der Bucht direkt bei unserer Jugendherberge von Russen und Koreanern nur so wimmelte, und man, hätte man ein 360° Foto machen können, wahrscheinlich mehr dicke russische Vodkabäuche und noch dickere, russische Frauenhintern als Strand und Meer im Bild gehabt hätte, bot uns sich hier ein Blick wie ins Paradies. Und so saßen wir dort eine Weile und kamen uns vor, wie irgendwelche Filmschauspielerinnen auf Reisen. Doch leider waren wir nicht frech genug gewesen, den Strandjungen als wir kamen, einfach nach einem Handtuch für die Liegen zu fragen, und uns mit dem größten Recht einen Cocktail von der Karte zu bestellen.

So muss wohl irgendwem aufgefallen sein, dass wir auf unseren eigenen schäbigen Handtüchern aus der Jugendherberge saßen und unsere Wasserflaschen aus dem Supermarkt auspackten. Irgendwann kam dann jedenfalls der Strandjunge, dem diese ganze Sache etwas suspekt geworden war, und fragte uns nach unserer Roomcard, und schlecht wie wir beide im Ausreden erfinden sind, sagten wir ihm wir hätten keine.

Und aus war der Traum wieder vom Filmstardasein, und wir zogen weiter den Strand hinunter wo wir und neben dem Bereich der als Sheratons gekennzeichnet war, in den Sand setzten. Der Sand war ja der gleiche, und die Sonne schien auch auf dieser Seite des Strands gleich hell, als bei den Reichen.

Nachdem es dann langsam dunkel werden zu begann, hielten wir einen Bus mit der Aufschrift nach Dadonghai an, und fuhren wieder zurück zu unserer eigenen bescheidenen Unterkunft.

Doch was solls, Glück kann man ja Gott sei Dank nicht Geld messen und so gingen wir in bester Laune in unseren Supermarkt, kauften uns wieder mal Kokosnussmilch, und dazu Baguette und Käse, den sie hier aufgrund des russischen Publikums wohl importiert hatten, nahmen bei einer Gemüsehändlerin noch Tomaten mit uns setzen uns auf die etwas wackeligeren Liegen an unserem Stand. Wir fühlten uns, mit dem Brot und dem Käse in der Hand wie Königinnen und genossen jeden Bissen, unserer „Brotjausn“ als hätte man uns Kaviar und Champagner serviert.

Von einer der Bars die an den Stand angrenzten kam spanische und lateinamerikanische gute Laune Musik, die uns richtig in Tanzlaune versetzte. Doch die Tanzfläche war voller Russen im mittleren Alter, die mehr gegen den Takt, als mit dem Takt herumschunkelten. Und so beschlossen wir, einfach unseren eigenen, privaten Tanzfloor am Strand aufzumachen, und tanzten barfuss im Sand, hüpften bis zu den Kiens ins Meer, um dann den Wellen wieder davon zu rennen.

Wir waren ausgelassen am Tanzen, dass wir einen vorbeigehenden alten Russen dazu verleiteten sein Tanzbein zu schwingen, doch seine Frau hielt davon nicht besonders viel und zog ihn energisch weiter, dann kam ein junger Koreaner und stellte seine Freundin zu uns hin, die dann ein paar Lieder lang mit uns tanzte, während er auf den Liegen saß und uns zusah, und schlussendlich, ich sprang gerade wieder mal einer Welle nach, kam ein fescher Schweizer zu uns, und fragte, if he could join the club“ Ja klar, unsere Sand-Stranddisko war für alle offen, einzige Voraussetzung Schuhe ausziehen :-) alles andere ist freiwillig *gg*

Samuel blieb dann auch bei uns, bis die Bar Feierabend machte und die Musik ausstellte, Nachdem wir das Feuerwerk betrachtet hatten, das heute wieder am Strand veranstaltet wurde, gingen wir mit ihm in Richtung seines Hotels, wo er uns den Platz zeigen wollte, an dem er und seine Züricher Kungfu-Gruppe jeden Morgen Kongfu übten. Die Gruppe war irgendwie mit ihrem Meister aus der Schweiz auf Chinareise, und wollten sich jetzt hier in Sanya von den ganzen Tempeln die sie am Festland besichtigt hatten, erholen. Aber Kongfu üben musste trotzdem jeden Morgen sein, und er meinte, dass das Kämpfen beim Sonnenaufgang im Sand ja auch mal eine lustige Erfahrung sei.

Tja, die Züricher trifft man auch überall. Neben Kingyan, Seraina, und Kingyans Freunden in Hangzhou, war er war damit schon der 7te Züricher den ich in China kennenlernte.

Samuel lud uns ein, morgen zu kommen und bei ihrem Morgenkampf zuzuschauen, doch so spät wie wir in den letzten Tagen immer ins Bett gegangen waren, konnte sich keine von uns zweien richtig vorstellen, so früh aufzustehen. Wir versprachen also uns zu bemühen aus den Federn zu kommen, denn versprechen, dass wir kommen wäre wohl eine zu große Lüge gewesen *gg*.

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