Sonntag, 10. Februar 2008

Die Welt ist ja soooo klein


Freitag 18. Jänner 2008

Müde von der gestrigen Partynacht schafften wir es heute gerade noch rechtzeitig aus dem Bett, um pünktlich beim Bahnhof zu sein, doch Frühstück war sich da keines mehr ausgegangen. Und so saßen wir drei mit knurrendem Magen in unserem Hard-Seater-Abteil, das eigentlich überhaupt nicht hart war, sondern sehr bequem und überraschend sauber, und rollten ins regnerische Hangzhou.

Die Jugendherberge, die Kingyans Freunde uns empfohlen hatten, war wohl eher für Sonnenschein und Sommergäste ausgerichtet, und ich konnte nicht anders als lachen, als ich sah, dass die Waschbecken, Duschen und WCs im Freien unter einem Vordach waren, wo man sich bestimmt beim Pinkeln den Hintern abfrieren würde. Von der Rezeption zu unserem Zimmer ging es durch einen kleinen unüberdachten Hinterhof, und auf die Treppe die wir hinauf mussten, rann in Strömen das Dachwasser hinunter.
Wohl wieder ein paar Tage Militärcamp dachte ich mir. Und auch Kingan und Ruks nahmen das Ganze mit Humor.
Eigentlich war uns das eh alles egal, solange wir bald etwas zu essen bekamen und so schafften wir unsere Rucksäcke und Rukmanis immensen Koffer ins Zimmer hinauf und gingen auf Essensuche. Wir wollten gerade bei einem Lokal vorbeilaufen, da sahen wir – so unglaublich das klingt- Rukmanis russische Zimmerkollegin Aliona aus Dalian aus dem Fenster winken. Nachdem wir zuvor schon vor der Jugendherberge Leo und seine Freunde gesehen hatten, die auf ein Taxi warteten, stand nun eines fest, die Welt ist ja soooo klein, man kann sich überall wieder ganz unerwartet über den Weg laufen. Aliona und ihre 2 russischen Freundinnen waren gerade beim Abschiedsessen von Hangzhou, denn sie wollten am Abend wieder irgendwie zurück nach Dalian fahren.

Wir selbst trafen uns am Abend mit einer schweizer Kollegin von Kingyan und gingen mit der auf dem kleinen Markt in der Stadt bummeln und Essen, Frühlingsrollen, Baozi, so komische Reisschlabberkugeln mit roter, süßer Bohnenpaste innen, Fleischspießchen. Sehr gesund halt wieder mal *gg*

Und schon wieder begann es zu regnen. Wir watschelten mit aufgeweichten Füßen nach Hause, und wärmten dort unsere Füße mit der Heizfunktion der Klimaanlage. Gott sei Dank hatten wir zumindest das, denn im Normalfall haben Häuser in Südchina ja gar keine Heizung.
Während Kingyan sich nochmal in den Regen hinauswagte um eine Telefonkarte zu finden, mit der er seine Freundin anrufen konnte, machten Ruks und ich es uns im Zimmer gemütlich, bzw, ich machte es mir gemütlich und sie starrte sehnsüchtig ihr Handy an, ob ihr Schatz ihr wohl bald eine SMS schicken würde.

*gg* … nur wer die Sehnsucht kennt….

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