Samstag 12. Jänner 2008
Heute brachen Kingyan unch ich zum Yuanmingyuan, dem alten Sommerpalast auf, den Kingy mal in einem Film gesehen hatte, und den er sich nun in Wirklichkeit ansehen wollte.
Die U-Bahn funktionierte zwar diesmal, aber nach dem Aussteigen, verfolgte uns ein bisschen das Pech. Das Tous les Jours, das ich noch vom Sommer kannte, und wo wir eigentlich frühstücken wollten, war gerade am Umbauen, dann schaffen wir es irgendwie den falschen Bus zu nehmen und mussten dann mit einem anderen Bus Ewigkeiten wieder zurück fahren und als wir dann es schließlich in den Yuanmingyuan geschafft hatten, stellte sich die einstige Palastanlage die Kingyan im Film gesehen hatte, als ein paar Steine heraus, die über das Gelände verteilt waren und bei dem man sich auch mit größter Fantasie den ehemaligen Palast kaum mehr vorstellen konnte. Der einzige Teil an dem noch mehr als ein paar Steine waren, war der europäische Teil der einstigen Palastanlage, die im Opiumkrieg zerstört worden war, und deren chinesische Holzbauten fast zur Gänze einfach niedergebrannt worden war. Hier hatten irgendwelche schlauen Parkangestellten, die Steine des alten Palastes einfach in chaotischer Weise übereinander gestellt, und man konnte den oberen Teil der Säulen irgendwo zwischen dem Bodenwerk und den Teilen eines Brunnens erkennen. Es sah aus, wie wenn ein Riese Lego gespielt hätte, und sich dabei nicht darum gekümmert hätte, ob die Steine eigentlich zusammenpassen, die er hier übereinandersetzt.
Doch zum Schluss wurden wir dann doch noch mit etwas interessanten für unsere müden Beine und hungrigen Mägen belohnt. Ein noch vollständig erhaltenes Labyrinth das zu einem kleinen Tempel in der Mitte führte. .
Zurück beim Wudaokou, aßen wir bei einem Italiener spätes Mittagessen und machten uns dann auf zum Silk-Market, wo ich mir eine neue Winterjacke kaufen wollte, da ich mit meiner Schicki-Micki Jacke, dich ich im Sale bei Esprit gekauft hatte, nicht unbedingt auf den Huangshan steigen wollte. Und da hätte es ja noch soooo viel zu shoppen gegeben, müsste ich das nur nicht alles dann irgendwie in meinen Rucksack stopfen herumtragen….
Abends wollte ich Kingyan die Bargegend rundum Houhai zeigen, doch gerade als wir dort ankamen, rief Rukmani mich an, und sagte sie und ihr Freund wären beim Starbuchs zwischen Houhai und Beihai und wir sollten dort hinkommen.
Irgendwie schaffte ich es dann, die Abzweigung zwischen den Seen zu verpassen und wir liefen den ganzen langen Weg auf der falschen Seite des Sees herum.
Soviel dazu, wenn man den Frauen die Führung überlässt, meinte Kingyan *gg*
Später als erwartet, trafen wir dann beim Starbucks ein, und lernten Ruks Freund kennen. Ein freundlicher, ruhiger Mann, mit einer sehr höflichen Art Scherze zu machen.
Auf dem Nachhauseweg machten Kingyan und ich uns noch ein bisschen über das Nan-Pengyou-Thema (Boyfriendthema) lustig, das uns auf der Reise zu verfolgen schien.
Schon in Dalian hatten ein paar Leute angenommen, dass Kingyan und ich zusammen wären, da wir einfach jeden Tag zusammen waren, zusammen kochten, zusammen lernen, zusammen ausgingen und man uns kaum alleine antraf. Und seit wir auf der Reise waren, wurden wir fast täglich darauf angesprochen, ob wir ein Paar wären.
Das ging heute sogar soweit, dass eine Verkäuferin sagte, als Kingyan mir von allen Sonnenbrillen die ich anprobierte abriet, dass mein Boyfriend immer nur sagen würde, es würde nicht gut aussehen, weil er mir keine kaufen wolle *gg*.
Ganz erledigt von diesem Tag, und meiner trotz grausiger, chinesischer Medizin noch immer nicht besseren Erkältung fiel ich dann in der Herberge ins Bett und schlief fast in der selben Minute noch ein.
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