Samstag, 9. Februar 2008

Zurück in Peking :-)

Freitag 11.Jänner 2008

Angekommen in Peking machten wir uns, da am Bahnhof wieder mal die Hölle los war, erst mal durch die halte Stadt auf zu meiner alten Uni, um dort im Reisebüro nach Zugtickets weiter zum Huangshan oder nach Shanghai zu fragen. Als ich beim Wudaokou ausstieg und die Straße hinunter zur Yuyuan-Daxue lief, hindurch durchs Eingangstor der Uni, da war es als würde ich an einen altbekannten Ort zurück kehren.

Da das Büro noch nicht offen hatte, setzten wir uns in die Cafeteria meines alten Schulgebäudes und frühstückten dort. In dieser alten Umgebung wurden die ganzen Erinnerungen an den Sommer wieder lebendig, und hätte ich Serainas Handynummer in der Schweiz gehabt, hätte ich sie gerade angerufen. Ich erzählte Kingyan von meiner Zeit in Peking in so leuchtenden Farben, dass auch er mitgerissen wurde, und meine Faszination fast schon teilen konnte.

Nach dem Frühstück gingen wir dann hinüber ins Reisebüro und fragten nach den Tickets. Kingyan war wenig begeistert von der Idee zum Huangshan zu fahren, als er hörte, dass die Zugfahrt 20 Stunden dauert, und man das Ticket von Huangshan zu unserer nächsten Station Shanghai, wieder erst am Huangshan kaufen konnte.
Nach längerer Diskussion, und obwohl die Münze die Kingyan war, dagegen sprach kauften wir dann doch nach dem Motto, no risk, no fun, die Tickets und fuhren dann zu unserer Jugenherberge in der Nähe der Wangfujing.

Ein riesiges Zimmer, und sehr saubere Sanitäranlagen. Wir waren so begeistert, dass wir bevor wir aufbrachen um uns mit Rukmani zu treffen, die schon vor 2 Tagen nach Peking geflogen war, um ihren Freund hier zu sehen, eine lange Dusche nahmen, unsere stinkigen Sache in der Rezeption zum Waschen abgaben und uns erst dann auf den Weg zum Shangri La machten, wo wir Rukmani abholen sollten.

Natürlich, wie immer wenn man es eilig hat, und besonders in Peking, wo der Verkehr sowie so eines der größten Probleme ist, hatte die U-Bahn einen Defekt und wir mussten uns ein Taxi nehmen, das dann Ewigkeiten im Stau steckte, und bis wir beim Shangri La und schlussendlich beim Yiheyuan waren, den ich Kingyan eigentlich zeigen wollte, war es schon fast dunkel, und wir konnten gerade noch einen Blick auf den See erhaschen, bevor die Sonne wirklich unterging. Im Gegensatz zum Sommer, als ich das letzte Mal hier war und alles vom Smog überzogen war, konnte man heute über den ganzen See sehen, und sogar die Brücken auf der anderen Seite noch ausmachen.
Der lange Wandelgang war auch im dunkeln noch beeindruckend, und als wir schließlich zurück zum Ausgang gingen, beschlossen Kingyan und ich im Frühling nochmals zu kommen, wenn die Blumen wieder blühen.

Da wir im Reisebüro versprochen hatten, am Abend vor halb 7 wieder zu kommen um die Tickets abzuholen, nahmen wir uns ein Taxi um noch rechtzeitig dorthin zu kommen.
Doch wir hatten wieder einmal den Verkehr unterschätzt und unser Taxi steckte schon wieder hoffnungslos im Stau. Um 5 vor halb 7 und 2 Kilometer vor dem Ziel stiegen wir dann aus, und rannten mit unseren Rucksäcken wie die Wilden in Richtung meiner alten Uni.

Kingyan hatte in Harbin noch Scherze gemacht, dass diese Reise mit dem riesen Rucksack ihm vorkam wie ein Militärcamp, und diese Rennerei, war wohl der 2. Teil des Trainings *g*.

Ein paar Minuten nach halb rannten wir dann ganz atemlos ins Büro, das Gott sei Dank noch offen war, und holten unsere Tickets ab. Der Verkäufer, der ja annahm, dass wir Studenten an der Uni sind, und genauso gut morgen wieder kommen hätten können, schaute uns ganz verständnislos an, und konnte wohl nicht verstehen, warum wir beide so außer Atem waren.
Kaputt von diesem Sprint gönnten wir uns ein feines Essen in dem japanischen Lokal das mir Seraina im Sommer mal gezeigt hatte, und mein Travelguide- Book kam fast wieder zurück zum Ort an dem ich es gekauft hatte.

Gemütlich, bei gutem Essen ließen wir dann dort den Abend ausklingen, quatschen über alte Zeiten, Freunde und Liebesgeschichten, und machten uns mit einer der letzten U-bahnen wieder auf den Weg zurück zu unserer Herberge.
Im Hotel lernten wir dann beim Zähneputzen im Gemeinschaftsbad ein deutsches Pärchen kennen, die auf einer Weltreise waren.
Mich faszinierte der Gedanke zu zweit um die ganze Welt zu reisen, und obwohl meine Schultern vom Rucksack schleppen in der eisigen Kälte in Harbin immer noch wehtaten, und ich meinen einen Arm fast nicht bewegen konnte, träumte ich davon auch irgendwann einmal mit dem Rucksack am Rücken eine solche Reise zu machen.

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