Samstag 1. März: Neben unseren fast täglichen Lernbesuchen im Starbucks genossen wir alle noch die letzten paar Tage bevor wir wieder die engen viel zu kleinen Schulbänke drücken mussten. Wieder einmal vereint begrüßten Leo, Kingyan, Mourad, Rukmani, Helene und ich den März mit einer kleinen ausgelassenen Party im Hopscotch. Wir spielten Darts und Tischfussball, ein bisschen Billiard und hingen auf unserer Couch herum. Kam mir ein bisschen vor wie FRIENDS, wie wir da auf der Coach saßen und mega viel Blödsinn quatschten. Um 12 gingen dann Ruks, Leo und Kingy heim und übrig blieben nur die 2 Franzosen und ich. Komischerweise spielten dann plötzlich eine ganze Stunde lang französische Lieder, und wir alles fanden das total komisch in China in einer Bar zu sitzen, französische Musik zu hören und französisch zu reden.
Als ich dann irgendwann in der Nacht nach Hause ging, fürchtete ich mich schon vor dem Wecker, der mich morgen in der Früh aus dem Bett reißen sollte.
Sonntag 2. März: Ich hatte mit Hongying, meiner chinesischen Freundin abgemacht, gemeinsam im Amici frühstücken zu gehen. Ich wollte ihr zeigen wie man in Europa so frühstückt, zumindest so ungefähr. Ich quälte mich also um 8 wieder aus dem Bett, wusch mir den Schlaf aus den Augen und machte mich mir ihr gemeinsam auf Richtung Kaffeehaus. Sie war so süß, als sie das Rührei mit Schinken bekam, kostete alles, als ob sie das noch nie zuvor gegessen hätte, hat sie wahrscheinlich auch nicht, war entzückt von dem Toast mit Butter und Marmelade und fand es komisch Messer und Gabel zu verwenden. Nach dem Essen nahmen wir dann unsere Wörterbücher und Blöcke heraus, und begannen uns gegenseitig wie bei Activity Sachen vorzuzeichnen, die der andere dann in Englisch und Chinesisch erraten musste. Als Kingyan kam, um mich abzuholen um DVDs kaufen zu gehen, musste er wieder einmal herzlich über uns lachen.
Abends gingen wir dann mit Timo, Leo, Mate, Ruks, Helene, Mourad, und Julian Chunbing essen. Das ist eines meiner Lieblingsessen in China. Man kann dabei jedes erdenkliche Gericht der normalen Speisekarte bestellen und anstatt dass man Reis dazu isst, wickelt man das Ganze in ein tortillamäßiges Omlett und steckt das mit dem kleinen Happen in den Mund….. Mhhhh, echt lecker.
Am Montag den 3.März war für mich dann der erste Schultag, zwar nicht für Chinesisch aber für Französisch. Einer meiner Tandempartnerinnen ist nämlich Lehrerin und hat es nun geschafft, dass ich an den Französischkursen teilnehmen darf. Da die chinesischen Lehrer mir nicht erlaubt hatten in ihren Kurs zu gehen, hatte sie nun zwei ausländische Professoren ausfindig gemacht, für die das kein Problem darstellte. Ich konnte nun also Montags eine Stunde in einen Kurs des 2. Französischjahrgangs gehen und am Mittwoch in einen des 3. Jahrgangs. Während der Lehrer am Montag doch eher noch Kindergartenlevel- Französisch unterrichtet, ist der zweite Kurs am Mittwoch ein bisschen interessanter. Obwohl das Level keineswegs mit dem Unilevel in Wien zu vergleichen ist, werde ich doch in beide Kurse gehen, da in dem Montagskurs die Schülerinnen total lieb zu mir waren, und im Dienstagskurs, der Lehrer ganz gut unterrichtet, und ich ein paar Sachen so doch wieder auffrischen kann. Auch wenn ich hier nicht viel dazu lernen kann, so hilft das Ganze doch, zumindest nicht alles zu vergessen, und ganz aus der Übung zu kommen. Nachdem ich Montag Abend gemeinsam mit Leo, Mate, Ruks, Mourad, Kingyan, Helene, Timo, Tina und zwei deutschen Freunden von Tina und Timo im Teehaus und anschließend bis spät in die Nacht bowlen waren, stand ich am Dienstag erst für meinen Franzeunterricht auf, und verbrachte nach den 2 Stunden Unterricht einen gemütlichen Nachmittag und Abend mit Hongying bei mir im Zimmer. Da Xiaxi noch aus Reisen ist, hab ich momentan das Zimmer ganz für mich alleine, und kann wann immer ich will jemanden zu mir einladen. Wir hörten ein bisschen Musik, schauten Fotos auf meinem Computer an, und machten dann auf Englisch Dialoge, als ob wir im Kaffeehaus wären. Ich versuchte, da Hongyings Englisch, noch nicht über ein minimales Anfängerlevel hinauskommt, ihr auf Chinesisch zu erklären, wann man im Englischen welche Zeit verwendet, wann ein Adverb und wann ein Adjektiv verwendet wird, wann man they und wann man them sagt…. Nach einigen Zeichnungen und konfusen Beispielen über die wir beide immer herzlich lachen mussten, verstand sie das dann sogar, und hatte, als sie dann um 10 in ihr Heim zurück ging, eine riesen Freude mit ihrem Englischbuch. Und ich freute mich, nach der letzten Woche, in der ich zu Hause hin und wieder schon ein wenig vermisst hatte, wieder einmal so richtig in China sein zu können.
Mittwoch 5. März 2008 war dann unser Sporttag, den Julian, Kingyan und Leo in einem neueröffneten Fitnesscenter verbrachten. Eigentlich ist es ja eine ganze Anlage, mit Tischtennis, Tennis, Badminton, Laufbändern, Fechtplätzen, Basketballhallen und weiß der Gucker was noch allem.
Und in dieser riesen Anlage war eines der coolsten Schwimmbäder die ich je gesehen hatte. Und das Schönste: für uns ganz alleine. Für 5 Euro bekamen wir Handtücher und Spintschlüssel ausgehändigt und wurden in eine sehr saubere und angenehm warme, Umkleide geführt, wo wir uns umziehen und duschen konnten. Also ich bei den Damen und die Jungs bei den Männern. Da die Jungs langsamer waren als ich, ging ich schon mal voraus zum Becken und sprang ins Wasser. Es war irgendwie ein bisschen wie im Film, wenn alles ganz ruhig ist, nur eine sanfte Musik läuft und man sonst nichts als das Geräusch der eigenen Schwimmbewegung hören kann.
Nach 10 Minuten kamen dann die Jungs und wir plantschen eine Weile, bis noch eine Dame kam, und wir dann ein bisschen ernsthafter zu schwimmen begannen.
Die Jungs hatten dann bald mal wieder genug, und setzten sich mit ihrer Fertignudelsuppe zu der man nur mehr heißes Wasser dazu schütten muss, auf die Sitzecken am Beckenrand und sahen mir zu wie ich noch ein halbe Stunde meine Längen schwamm. Dann gingen wir alle gemeinsam eine Stunde Badminton spielen. Kingyan und ich gegen Leo und Julian. Während Leo und Julian die Bälle für Kingyan immer volles Karacho über das Netz schleuderten, kamen die für mich immer in einem schönen langsamen Bogen. :-) War wohl wieder man Vorteil der Frauen *gg*.
Tja, Kingy… tut mir leid ;-)
Und dann war er eh auch schon da, der letzte Tag unserer zweimonatigen Ferien.
Donnerstag 6. März : Kingyan und ich trafen uns in der Früh um die Bücher fürs neue Semester abzuholen und setzten uns damit dann am Nachmittag ins Starbucks wo wir die ersten Lektionen für Qingdu und Kouyu vorbereiteten. Da wir dieses Semester in der gleichen Klasse sind, konnten wir uns das Nachschauen der Vokabeln ein bisschen aufteilen, gemeinsam über diese blöden Wörter und Zeichen schimpfen und so waren wir am Ende des Tages besser auf diese erste Stunde vorbereitet als je zuvor. Es gab in diesem ersten Text kein Zeichen mehr von dem wir nicht die Umschrift und die Töne wussten. So vorbereitet, schlief ich an diesem letzten Tag unserer Ferien wie ein kleines Kind ein und freute mich auf den morgigen ersten Tag.
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