Dienstag 18. März 2007
Heute nach dem Unterricht machte ich so schnell ich konnte, bei einer guten Tasse Kaffee und Schokomuffins, die ich gestern in dem kleinen Markt auf unserem Campus entdeckt hatte, meine Hausübungen. Ich war motiviert alles so bald als möglich zu erledigen, denn um 2 hatte ich Französischkurs. Wie immer freute ich mich außerordentlich auf diese Stunde, und nahm diesmal mein dickes Wörterbuch mit, um falls es neue Wörter gab, diese gleich nachschlagen zu können. Da ich mir bei einigen Wörtern auch über deren korrekte Schreibweise nicht mehr sicher bin, konnte ich so gleich alles nachprüfen und mir dann alles einprägen.
Wie immer redeten die Schüler in dieser Klasse nicht besonders viel mit mir, und betrachteten mich wohl eher als einen Eindringling, als eine neue Mitschülerin. Im Gegensatz zum Montagkurs mit den Französischstudenten im 2. Jahr, in dem mich meine Mitschülerinnen gleich aufs herzlichste begrüsst haben, und jeden Montag, da Platzmangel herrscht einen Extrastuhl für mich besorgen, sind die 3-jährigen um einiges weniger freundlich, um nicht zu sagen, kalt. Aber das machte ja nichts, Freunde hatte ich ja im 2. Jahrgang gefunden, und ein etwas höheres Französischlevel hier.
Gleich nach dem Unterricht traf ich mich dann auch mit einer Freundin aus dem 2.Jahrgang. Marie. Sie brachte mir eine Aufnahme mit, die sie extra für mich gemacht hatte. Sie hatte, nach ihrer Nachrichtenansage im Radio heute, das Equipement der Radiostation verwendet, um einen Teil des Petit Prince (Der kleine Prinz) für mich auf Chinesisch und Französisch aufzunehmen. Sie laß abwechselnd den französischen Satz und dann den chinesischen und um das ganze noch professioneller wirken zu lassen, hat sie es auch noch mit Musik unterlegt.
Mit ihrer Aufnahme solle ich jetzt eine Woche die Aussprache einiger Wörter üben, bis sie mir nächste Woche den nächsten Teil des kleinen Prinzen aufnehmen kann.
Anschließend lasen wir gemeinsam den Anfang eines Buches, das sie von ihrer Lehrerin an der Alliance Francaise bekommen hat. Da mir der Anfang des Buches wirklich sehr gefiel, ließ sie es mir hier, damit ich es zumindest mal überfliegen konnte.
So unglaublich lieb. Das hätte ich mich letztes Semester ja noch gar nicht träumen getraut, hier so liebe chinesische Freundinnen zu finden. Hongying und Marie, drehten mein schlechtes Bild, das ich von chinesischen Freundschaften hatten, wirklich ordentlich auf den Kopf, und ich bin überglücklich, meine Einstellung geändert und mit den beiden eine so gute Freundschaft aufgebaut zu haben.
Auch Kingyan mit dem Marie und ich am Abend gemeinsam essen gingen, meinte, dass er nun verstehen könne, warum ich in letzter Zeit so viel mit den beiden herumhängen würde, und da sie mit ihrem vom Radio her auf korrekte Aussprache geübten Ohr, jeden unserer Aussprachefehler entdeckte und korrigierte, und auch, warum meine Aussprache plötzlich eine der besten der Klasse geworden wär. Ich denk das ist zwar ein bisschen übertrieben, aber seit ich mich regelmäßig mit Marie treff, fühl ich mich wirklich um einiges sicherer mit diesen blöden Tönen, die einem das Leben beim Chinesischlernen zu schwer machen.
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