Montag, 28. April 2008

Juhu, 第一个HSK 结束了 :-)

Sonntag 27. April 2008

Nach 3 Wochen des Streberns und des Köpferauchens war heute endlich der Tag des HSK gekommen. Helene, Kingyan, Mate, Mourad, ich und eine Menge anderer Studenten begaben uns zu diesem Zwecke heute, Sonntagmorgen um 8 Uhr in das große Prüfungsgebäude auf der anderen Seite des Campus. Überall standen süße kleine Chinesinnen mit roten Schärpen herum, die uns den Weg zu unseren Prüfungssälen wiesen. Leider waren wir alle in verschiedenen Sälen eingeteilt worden, und so trennten wir uns unter gegenseitigem Glück wünschen und Daumen drücken.

Ich hatte einen Bleistift den Helene mir schenkte, da man zum Ausfüllen des Prüfungsbogens einen Stift in einer ganz bestimmten Stärke brauchte, die zweite Armbanduhr von Xiaxi und mein Medaillon von Béatrice. So bewaffnet ging ich also in den Raum 201 wo meine Prüfung stattfinden sollte. Hochoffiziell musste ich mich dort mit Pass und Foto registrieren, bekam einen Platz, mindestens 4 Plätze von jedem anderem Studenten entfernt, zugewiesen und musste meine Tasche mit allen verdächtigen Hilfsmitteln neben dem Lehrerpult ablegen. Nachdem ich mit einer Schar anderer größtenteils koreanischer und japanischer Mädels noch zur Toilette gerannt war, um der nervösen Blase Erleichterung zu verschaffen, wurden dann auch schon die Prüfungsbogen mit Versiegelung ausgeteilt. Nach der Verlesung der Prüfungsregeln durften wir auf Kommando des Prüfers hin das Siegel aufreisen und mit der Prüfung beginnen. …

Und damit hatte es begonnen, das 2 ½ -stündige Köpferauchen allerhöchsten Grades. In kürzester Zeit sollte man in den 4 verschiedenen Abschnitten des Prüfungsbogens insgesamt 170 Fragen zu Hörverständnis, Grammatik, Leseverständnis und Vokabelkenntnis beantworten. Da ich schon in der Früh mit einem dicken Brummschädel aufgewacht bin, und gleich mal 2 Tabletten genommen hatte, um das lästige Kopfweh loszuwerden, war mein Kopf heute nicht gerade für Höchstleistungen zu gebrauchen. Die Fragen die ich bei jeden Abschnitt beantwortete, dürften zwar mit größter Wahrscheinlichkeit richtig sein, doch ich war meist noch nicht fertig mit dem Abschnitt den wir gerade zu bearbeiten hatten, da rief der Lehrer schon wieder den nächsten Abschnitt aus, und man durfte unter keinen Umständen noch am vorigen Abschnitt weiterarbeiten. Das wildeste waren dann 7 Seiten Lesetextaufgaben die man in einer Stunde lösen sollte. wie um Himmelswillen sollte man denn das bitte schaffen, diese ganzen Schriftzeichen in so kurzer Zeit zu entschlüsseln? Für nicht Japaner oder Koreaner, die mit den Schriftzeichen auch in ihrer Muttersprache schon vertraut sind, eine Aufgabe die schier unmachbar schien. Die einzige Möglichkeit die blieb, war also die Fragen durchzulesen, und den Teil im Text zu suchen, wo das gleiche Schriftzeichen vorkam, dann den Satz zu lesen und sich aus diesen paar Sätzen den Gesamtsinn des Textes zusammenzureimen. Hin und wieder hatte ich tatsächlich das Gefühl dieser Antwortbogen im Mutiple-Choicestil gleiche einem Lottoschein *gg*. Die einzige Aufgabe, die ich wirklich einfach fand, war der letzte Teil, wo man dann selber Zeichen in einen Text einsetzen durfte. Dieses Muliple-Choicezeugs, war noch nie meine bevorzugte Prüfungsvariante gewesen.

Doch was auch immer bei diesem Examen herauskommen wird, ich werde es auf alle Fälle im Juni nochmals machen. Denn jetzt weiß ich, dass es nicht so sehr an meinem Wissen, als einfach auch sehr viel am Zeitmanagement liegt, und ich wenn ich in diesen 2 Monaten die jetzt noch bleiben, fleißig weiterlerne, mein Vokalbelwissen, so weit als möglich ausbaue und mich dann dazu zwinge vor der Prüfung ein paar Probetest unter Zeitdruck zu machen, dann sollte der nächste Test eigentlich nicht mehr so ein riesen Problem darstellen.

Zudem habe ich das Gefühl, dass ich in dem Monat des intensiven Vorbereitens auf diesen Test jetzt so viel gelernt habe, dass es sich auf jeden Fall rentiert hat am HSK teilzunehmen, was auch immer das Resultat schlussendlich auf dem Zertifikat sein wird.

Nicht nur, dass die Anzahl der Zeichen um ein vielfaches gestiegen ist, ich kann jetzt aufgrund der häufigen Hörverständnisübungen auch Fernsehsprecher und Dokumentationen im Fernsehen viel einfacher verstehen, habe gelernt Text zu überfliegen, und ungefähr zu wissen was drin steht, habe meine grammatische Basis noch einmal aufgearbeitet und vertieft…. alles in allem 我无怨无悔 .

Nach dem HSK gingen wir alle, die in den letzten Wochen das gleiche Schicksal geteilt hatten gemeinsam essen. Hmmm… wie schön war das wieder mal, einfach sitzen zu können und nicht daran zu denken, wie viele Seiten Vokabeln und Grammatikstoff noch auf einen warteten. Helene und ich beschlossen dann, den Tag so richtig zu genießen. Gingen ein bisschen spazieren, kauften uns was zu trinken und setzen uns in die Sonne zwischen den blühenden Bäumen auf unserem Unicampus. In den letzten 3 Wochen in denen wir uns in unseren Zimmern, oder vielleicht dem Starbucks verkrochen hatten und unsere Nasen tief in alle möglichen Chinesischbücher gesteckt hatten, hat der Frühling ganze Arbeit geleistet. Sämtliche Bäume am Campus stehen in voller Blüte. Von den weißen, roten, rosa, pinken und gelben Blüten wehte aus allen Richtungen ein Duft des Frühlings zu uns herüber, und versetze uns in eine im wahrsten Sinne des Wortes, frühlingshafte Laune.

Wir beschlossen gemeinsam zum Xinghai- Square ans Meer zu fahren und dort ein Rad auszuleihen und der Küste entlang ein Stück Richtung Laohutan zu fahren. Das Wetter war wirklich ein Traum und hatte eine Menge Chinesen mit ihren Drachen auf den Xinghai Square gelockt. Ein paar Jugendliche lieferten sich mit ihren Drachen in der Luft Kämpfe, andere gaben spektakuläre Flugmanöver zum Besten und viele alte Opis instruierten ihre Enkelsöhne, in der hohen Kunst des Drachen fliegen Lassens. Wir spazierten durch die Menge hindurch und sahen einigen chinesischen Brautpaaren zu, wie sie sich auf der Rasenfläche platzierten um bei dem schönen Wetter ihre Hochzeitsfotos zu machen. Am Meer angelagt, fanden wir den Fahrradverleih, von dem uns Andre erzählt hatte aber nicht, und so kauften wir uns ein Eis uns setzten uns ans Ufer. Später gingen wir dann den Strand hinunter, sahen bei ein paar der zahlreichen Schmuckständen vorbei, und machten dann bei irgendso einer Attraktion mit, bei der es darum ging einen Kletterturm zu erklettern. Da die chinesischen Mädels alle nach der Hälfte aufgaben, glaubten wir, dass das wäre eine Herausforderung, doch in Wirklichkeit, war das viel einfacher als gedacht, und wir bekamen als Gewinner beide ein riesen Plüschvieh ausgeteilt, mit dem wir dann weiter spazierten. Die Passanten, die nicht wussten, woher diese Vieher stammten mussten sich wohl gewundert haben, was mit diesen zwei Ausländer schon wieder los ist *gg*

Alles in allem verbrachten wir einen gemütlichen Nachmittag und es war so ein wunderbares Gefühl, endlich wieder mal Zeit zu haben, mit Freunden Blödsinn zu machen, die Sonne zu genießen, und im Wettstreit mit der Sonne Eis zu essen.

Abends ging ich dann noch mit Hongying spazieren und fiel dann um einiges früher als die letzten Tage glücklich und erleichtert ins Bett

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