Sonntag 6. April 2008
Countdown 1: Von heute weg sind es, wenn sich nichts mehr ändert, noch 100 Tage bis ich nach Hause fliege. Irgendwie freue ich mich jetzt schon auf den Tag, an dem ich in München zum Flugzeug aussteigen kann, und endlich wieder zu Hause bin, aber jetzt wo die Tage doch schon gezählt sind, die ich hier noch verbringen darf, mischt sich in diese Freude auch ein Gefühl des Bedauerns, dass ich zu all dem, das ich in China noch sehen und lernen wollte, gar nicht mehr genügend Zeit habe. Ein Gefühl, dass ich mein Leben hier, und vor allem meine Freunde hier, gar nicht so schnell wieder hergeben will. Ich habe in diesem Jahr so viele Menschen hier so lieb gewonnen, und fühle mich in ihrer Mitte so wohl und willkommen. Irgendwie sind sie zu einem Teil meines Lebens geworden, den ich nur ungern wieder aufgeben will. Und dann ist da noch die die Angst, wie es wohl sein wird, wenn ich nach Hause komme und nichts mehr so ist, wie es einmal war. Seit ich von zu Hause weggegangen bin, hat sich so vieles verändert, meine Schwester ist Mama geworden, meine Eltern Großeltern, meine Freunde sind umgezogen, meine Schwester wohnt auch nicht mehr zu Hause, alte Paare sind zusammen gezogen, andere haben neue Boyfriends und Girlfriends gefunden, meine Mitstudenten, haben in dem Jahr ganz anderes erlebt und gelernt als ich….
Es wird wohl ein zweites Mal ein Aufbruch ins Neue sein, nur dass es diesmal ein Aufbruch nach Hause sein wird, zu Menschen, die liebe, zu Freunden die ich vermisst habe, zu meiner kleinen Nichte, die ich dann zum ersten Mal umarmen werde, zu einer Menge Menschen, die dieses Jahr an mich gedacht haben, mir Kraft und Energie gegeben haben, und …. zurück zu Apfelstrudel und Kässpätzle….
Countdown 2: Noch 25 Tage bis meine Mami nach China kommt um mit mir die Mai-Ferien zu verbringen. Meine Mami ist ja die Allercoolste, hat einfach ein Ticket nach China gebucht. Nachdem sie und Papa zuerst lange hin und her überlegt haben, und ich die Sache ohnehin schon aufgegeben hatte, meine Eltern je nach China locken zu können, ich eigentlich auch schon halb ausgemacht hatte, mit meiner chinesischen Freundin Hongying über die Ferien zu ihr nach Hause in ein kleines Dorf in der Nähe von Shenyang zu fahren, da bekam ich auf einmal einen Anruf, und Mama hatte ein Flugticket so gut wie gebucht. Freu mich schon riesigdarauf ihr dieses Land, zumindest ein kleines bisschen näher bringen zu können, das in diesem Jahr doch auch zu einem Teil meines Leben geworden ist.
Countdown 3: Noch 3 Wochen bis zum HSK. Wie immer am Wochenende war ich auch heute wieder mit Hongying im Amici am lernen. In letzter Zeit wechseln wir ja zwischen Starbucks und Amici ab, und motivieren abwechselnd Mate und Kingyan mitzukommen. Wir sind ein gutes Lernteam und gemeinsam mit ihr, geht so richtig was weiter. Obwohl wir die meiste Zeit getrennt in unsere Bücher schauen, ich ins Chinesischbuch und sie ins Japanischbuch, so kann ich sie doch jederzeit fragen, wenn mir was nicht klar ist, und wenn ich meine Übungen fertig habe, dann kontrolliert sie sich gleich und hilft mir die Fehler zu verbessern.Das HSK Buch8 ist ja schon eine ordentliche Herausforderung, doch ich denke, wenn nicht beim ersten Test im April, dann zumindest beim zweiten Test im Juni bestimmt machbar.
Rekord 4: Heute bin ich im Fitnesscenter (oder Gym, wie wir es alle hier nennen? zum ersten mal 10 Kilometer in einer Stunde gerannt. Da Helene heute nicht kommen konnte, weil ihr Boyfriend nächste Woche nach Korea kommt, um dort ein Praktikum zu machen, und sie über Skype noch ein paar Dinge zu besprechen hatten, ging ich mit Mate alleine ins Gym Wir nahmen uns 2 Laufbänder nebeneinander, und rannten was das Zeug hielt. Er zwar teilweise etwas schneller als ich, aber dann, komplett außer Atem auch wieder langsamer, und so schafften wir es beide in einer Stunde auf knapp 10 Kilometer. Ich machte danach zwar mit meiner Farbe allen Tomaten, die die Obst und Gemüsehändler momentan an allen Ecken anboten, Konkurrenz, aber ich hatte es geschafft :-)
Ein Tag an dem ich mit müdem Kopf und müden Beinen ins Bett fiel und schlief wie ein kleines Kind in Mamas Armen.
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