Donnerstag 1. Mai 2008
Heute gings morgens um 6 ab zum Flughafen. Ich war noch nicht mal bei der Hauptstraße vorne, da lief mir Kingyan schon entgegen, und bugsierten meinen riesen Koffer in ein Taxi, das er schon angehalten hatte. Ich war froh, dass er da war, und mich begleitete. Am Flughafen ging er noch mit zum Schalter, wartete bis das Monstrum eingecheckt war, und lief dann mit mir hinüber zum Security Check, wo wir uns mit einer großen Umarmung verabschiedeten. Schon als ich meinen Pass der Zollbeamten gab, kam einen kleinere Frau in Uniform die wohl selbst keine Kompetenzen hatte, zu der Beamtin und sagte ihr, dass sie glaube meine Tasche sei zu groß. Als diese mich ohne Umschweife passieren ließ, ging die Kleine zum nächsten Beamten um mich zu verpetzen. Bestimmt war meine Fitnesscentertasche, die ich mit allem, was ich für Peking brauchte, und ich dannach nicht Mama mitgeben konnte vollgestopft hatte, etwas zu schwer. aber ich ärgerte mich trotzdem über die kleine Petze. Zum Glück stand Kingyan noch in der Halle und wartete bis ich durch war, sonst wär ich da bestimmt unglaublich nervös geworden. Aber so hatte ich ein Lächeln für jeden der Beamten bei dem sie mich anschwärzen wollte, und so ging meine Tasche schließlich durch, ohne dass ich was zurücklassen musste. Ich winkte Kingyan nochmal zu, und machte mich auch zum Abfluggate. Der Flug war kürzer als ich gedacht hatte, und ich hatte das Gefühl wir wären erst gerade gestartet, da sind wir auch schon wieder gelandet.
Am Flughafen erkundigte ich mich bei dem diensthabenden Beamten, wo die Ankommenden aus dem Ausland landen, der mir, auch freundlichst Auskunft gab, und so wanderte ich durch den neu für die Olympiaankömmlinge gestalteten Korridor hinüber zum Terminal 2 wo Mama ankommen sollte. Nach mehr als einer Stunde des aufgeregten Wartens, kam sie dann auch endlich aus dem Ankunftstor.
Endlich nach so langer Zeit wieder mal Mamutscha umarmen, das war schon ein feierliches Gefühl. Ich nahm mein Mamilein bei der Hand und war bereit, ihr mein schon so liebgewonnenes China vorzustellen.
Wir fanden auch gleich einen ehrlichen Taxifahrer, der uns bis zur Wangfujing brachte, wo ich wieder die gleiche Jugendherberge reserviert hatte, in der Kingyan und ich auf unserer Backbagtour schon gewohnt hatten. Angekommen im der JH, packten wir mal einen Teil aus, Mama überreichte mir die mitgebrachten Sachen, die ich in Auftrag gegeben hatte, und dazu noch eine ganze Menge Schokolade….. Mhhhh…
Und ich… ich überreichte ihr einen 25 Kilo Koffer zum nach Hause schleppen *gg*… tja so ist die Jugend *hehehe*
Dann machten wir uns auch schon auf den Weg in Richtung Drum & Belltower, kreuzten einige alte und schon etwas moderne Hutongs, wo ich im Vorbeigehen Fotos aus dem alltäglichen Leben der Chinesen schoss. (siehe Fotoalbum). Und kletterten dann die hundertausend Stufen hinauf auf den Drumtower. Das ist der Turm in dem früher mit interssanten Wassermaschinen und anderen physikalischen Instrumenten die Zeit gemessen wurde, und dann mit den Trommel verkündet wurde. Gerade als wir dort waren, war auch eine Trommelaufführung, wo auf diesen altehrwürdigen Trommeln ein Konzert gegeben wurde. Wirklich beeindruckend was für verschiedenartige Töne und Geräusche, diese Trommler mit ihrer Trommel und zwei Stöcken erzeugten. Der Ausblick auf die Hutongs in dieser Gegend war nicht gerade atemberaubend, doch man konnte schon sehen, dass sich das eventuell bis zur Olypmiade noch ändern könnte, da auf allen möglichen Dächern Chinesen hockten und fleißig darauf herumklopften. Nachdem wir die hunderttausend Treppen wieder hinunter geklettert waren, trafen wir auf dem Platz zwischen Drum und Belltower gerade auf die nächste Aufführung. Eine Schar alter Frauen in pinken Kostümen, führten dort einen Tanz auf. Ich war daran ja schon gewöhnt, da die alten Frauen auch in Dalian abends vor dem großen Einkaufszentrum immer tanzen, und wir immer wenn wir vom Fitnesscenter zurück kommen, durch die tanzende Menge hindurch nach Hause gehen, doch Mama fand das Spektakel sehr faszinierend, Wobei ich nicht ganz sicher bin, ob sie mehr begeistert war, von den tanzenden Frauen, oder den wie wild auf ihren Trommeln und Blechtellern den Rhythmus angebenden alten Männern.
Als das Spektakel vorbei war, gingen wir im Drum&Bell Cafe, in dem ich schon letzten Sommer mit Bernhard, Lukas, Michi und den anderen gesessen war, und futterten eine Pizza. Salamipizza… wie letzten Sommer. Ich fühlte mich wieder pudelwohl. China war nachdem ich im Februar noch meine größten Zweifel daran hatte, nun doch fast schon zu einer zweiten Heimat geworden… nach London dritten eigentlich.
Als wir weiter Richtung Houhai schlenderten, machten die Rikschafahrer, gerade alle auf der Bank die für die Fahrgäste gedacht wäre ein Mittagsschläfchen… mit ihren Füssen in der Luft, auf dem Fahrradsattel oder irgendwie verquer zum nächsten Baum rüber, war das wirklich ein Bild „zum schüssa“ - ein Foto natürlich *gg*
Ich hatte wieder mal Kopfweh zum den Löffel abzugeben und konnte nicht anders als eine Tablette zu nehmen… wieder mal. In letzter Zeit hatte ich wirklich fast täglich unglaubliche Kopfwehanfälle, die so stark waren, dass mir heiß und übel wurde, vor lauter Kopfweh. Also mit dieser Luft kann wohl was doch nicht ganz stimmen. Bin gespannt wie sie das dann während der Olympiade meistern. Weil unter diesen Umständen, gibt es sonst bestimmt keine neuen Weltrekorde.
Am Houhai wanderten wir dann, diesmal sogar auf der richten Seite um den See herum (nicht so wie im Februar, als ich Kingyan den ganzen weiten Weg um den falschen See gehetzt hatte *gg*) und nahmen uns dann eine feine Tasse Kaffee im Starbucks direkt am großen Eingangsbogen zum Houhaisee. Dann wanderten wir auf der anderen Seite der Straße noch durch den Beihaipark, machten Fotos an der chin. Ufterpromenade, bei der 9-Drachenmauer und vor einem Tempel, der, da es schon nach 4 Uhr war, wieder mal geschlossen war, blödelten ein bisschen mit einer Gruppe Jungs herum, die irgendwie immer gerade dort waren, wo wir auch ein Foto machen wollten, und hatschen dann mit müden Füßen den ganzen Weg wieder zurück zur Jugendherberge. Eigentlich hätte man ja auch ein Taxi nehmen können, die ja in China nicht teurer sind, als bei uns der Bus, aber Mama war so begeistert von all den kleinen Sachen, die man auf dem Weg entdecken konnte, das das nicht in Frage kam *gg*. ja… halbe Sachen machen wir nicht… wenn schon China entdecken, dann schon richtig ; -)
Und was meinem leisen Verdacht nach noch eine Rolle spielte, warum Mama so gerne zu Fuß nach Hause lief, ist, dass man in China keine roten Ampel beachten muss… Naja eigentlich schon, aber weil es sowieso keiner tut, passen alle gegenseitig aufeinander auf, und man kann frech irgendwie zwischen den Autos hindurch über die Straße düsen.
Während Mama sich heute morgen noch über den kriminellen Fahrstil des Taxlers gewundert hatte, (den ich mittlerweile schon ganz normal fand) und dann am Mittag noch bemerkte, dass hier sich wohl keiner an die Verkehrsregeln hält, so war sie bis am Abend auch schon eifrig dabei, Lücken in der Autokolonne zu finden, durch die wir dann flugs über dies Straße düsen konnten *gg*…
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen