Samstag 3. Mai 2008
Nachdem es heute in der Früh regnete als hätte der Himmel alle Pforten geöffnet, machten wir es uns in der Cafe der Jugendherberge zu einem langen, ausgedehnten Frühstück gemütlich, und warteten bis der Regen zumindest annähernd vorüber war. Zum Frühstück gab es Eier, Müesli und Toast, mit Butter und Darbo Marmelade (aus Österreich). Bei diesem Anblick lies mir nicht nur das Wasser im Mund zusammenlaufen, sondern auch mein Österreicherherz höher schlagen… Marmelade aus der Heimat, das hatte ich hier ja noch nie gesehen…
Nach dem ausladenden Frühstück schlenderten wir die Wangfujing hinunter und dann hinüber zur Verbotenen Stadt. Schon auf dem Weg dorthin fiel mir auf, wie viel sich hier in Peking seit letztem Sommer verändert hat, wie viel renoviert, neu gebaut und verändert wurde. Der hübsche Park der durch eine große Mauer abgetrennt von der Hauptstraße vom Peking Hotel zur Verbotenen Stadt führte, war, soweit ich mich erinnern kann, letzten Sommer noch nicht da gewesen. Auch in der Verbotenen Stadt waren große Teile neugemalt und restauriert worden. Wir schlenderten durch die scheinbar nie enden wollenden Gasse der Verbotenen Stadt, in deren Labyrinth wir des öfteren fast die Orientierung verloren, kämpften gegen den Wind, der nachdem der Regen aufgehört hatte noch immer mit aller Kraft blies, und fanden zur rechten Zeit sogar wieder zum Ausgang, sodass wir nachdem wir uns auf dem Weg noch KFC Tortillarollen mitgenommen hatten, rechtzeitig in der Jugendherberge erschienen um noch den Bus zur Akrobatikshow zu erwischen. Auf dem kurzen Zwischenstop in unserem Zimmer mampfte Mama mit Genuss das KFC Food, ein Anblick, den man sonst nur selten bekam. Diese Mama, ja nun ja auch schon Oma, verblüfft einem doch immer wieder *gg*
Die Akrobatikshow war dann wirklich der Highlight des Tages. Abwechselnd lieferten eine Gruppe Burschen und eine Gruppe Mädels eine atemberaubende Akrobatikshow. Die Burschen sprangen durch Ringe, machten Salots, jonglierten mit Hüten, rannten Stangen auf und ab und sprangen von einer zur anderen, und die Mädels führten Tänze auf, verdrehten sich, so dass man sich fragte ob die Knochen eigentlich aus Gummi wären, schwebten an einem Band auf und ab, fuhren Hochrad und warfen sich dabei Teller gegenseitig zu, die sie mit dem Tellerstapel auf dem Kopf auffingen, und liesen Teller auf Stecken schweben, die sie bis fast zur Waagrechte hinunterbeugen konnten… Eine Aufführung der Sonderklasse. Mama und ich saßen da, und stauten, wie es sonst nur die Kinder können. Besonders die Burschen hatten es mir angetan, die nicht nur die coolsten Sachen aufführten, aber dabei noch immer ein verschmitztes Lächeln im Gesicht hatte, so ein richtiges Casanovalächeln, obwohl der Großteil von denen bestimmt nicht über 18 Jahre alt war. Auch das Kanadische Ehepaar neben uns, die von Wuhan wo sie Englisch unterrichten nach Peking auf Urlaub gekommen waren, waren so begeistert wie wir. Wir alle konnten gar nicht mehr aufhören zu sagen, wie wunderbar wir die Show fanden.
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