Donnerstag, 22. Mai 2008

Juhu, Zwischentests auch in der Tasche

Freitag 16. Mai 2008

Gerade von Peking zurück ging es auch schon wieder ans Lernen. Die Zwischenprüfungen standen ins Haus. Mit mehr oder wahrscheinlich doch eher weniger Motivation setzten wir uns also wieder zu unseren Büchern. Der Alltag war zurück gekehrt. Vormittags Schule, mittags irgendwas schnell essen, nachmittags Hausaufgaben machen, abends ins Fitnesscenter und in der Nacht lernen. Doch Gott sei Dank war unser Qingdu-Lehrer gerade nach einem Monat aus Canada zurückgekehrt und war noch ganz eingenommen von der westlichen Gemütlichkeit, so dass er uns mit einer großzügig väterlichen Geste den Teststoff auf 3 Lektionen begrenzte, und auch unsere Kouyu-Lehrerin war in bester Laune, als wir ihr unsere auswendig gelernten Texte aufsagten. Und so ging diese Woche zwar mit einigem Kopfweh, das mich in letzter Zeit hier dauernd verfolgt, doch ohne zu großes Zittern und Bangen vorbei.

Nach unserem letzten Test beschlossen Helene und ich heute uns den Nachmittag freizunehmen. Ich ging mit ihr nach Hause und wir hörten einen Nachmittag lang französische Musik, von alten französischen Chansons bis hin zum Rock der letzten Jahre war alles dabei. Helene ist zwar, wenn man sie zum ersten Mal trifft eher eine ruhige vielleicht sogar etwas zurückhaltende Person, doch wenn man sie einmal etwas näher kennengelernt hat, dann bemerkt man bald ihre gute Art von Humor, den sie oft so beiläufig in ihre Sätze packt, dass man in ihrer Nähe gar nicht anders kann, als gut aufgelegt sein. Wenn mir mal alles über den Kopf wächst und ich von einer schlechten Laune in die nächste taumle, dann ist sie da um mich mit ihrer lieben Art von Humor wieder aufzuheitern. In unserer kleinen Gruppe haben wir sie alle schon ins Herz geschlossen. Ich habe ohnehin das Gefühl in den letzten Jahren, wohin ich auch gehe immer von so lieben Menschen umgeben zu sein, Menschen die nicht nur an sich selbst denken, Menschen mit denen man Spaß haben kann, aber genauso mal schlecht aufgelegt sein kann, die einem aus den größeren oder kleineren Krisen des Alltags helfen, auf die man sich verlassen kann… richtige Freunde eben.

Abends gingen wir dann mit Leo, Mate, Ruks und Kingyan zum Starbucks um eine Tasse auf die Test zu trinken, die allen ganz gut gelaufen waren. Die Blödeleien und Witzeleien flogen nur so hin und her, und erst als Helene mich hin und wieder fragte, um was es denn gerade ging, fiel mir auf, was für ein eingespieltes Team wir schon geworden waren, wie wir die Hints und Anspielungen der anderen sofort verstanden und gleich mit eben so Zweideutigem zurückschossen, wie ein Thema das andere gab, und wir die meiste Zeit nur am Lachen waren. Jeder von uns hat irgendwie seine ganz eigene Persönlichkeit, und trotzdem oder wahrscheinlich gerade deshalb gab das der Gruppe eine unglaubliche Dynamik, die unser Sextett zu etwas so Besonderem macht. Oh Leute ich werd euch vermissen!!!

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