Sonntag, 11. Mai 2008

Konfuzius Tempel und Liuyin Park

Dienstag 6. Mai 2008

Heute wollte ich Mama den Konfuzius Tempel zeigen. Ich erzählte ihr noch, dass der in einer alten Hintergasse in einem typischen alten Viertel der chinesischen traditionellen Hutongs gelegen war, und dass ich es letzten auf den alten Lehmstraßen dort besonders interessant gefunden hatte, einfach herumzuspazieren und die Chinesen bei ihrem alltäglichen Leben zu beobachten. Doch auch hier hatte die vorbereitung auf die Olypmiade ihre Spuren hinterlassen. Eine breite geteerte Straße führte von der Hauptstraße weg in die neu gestrichenen und renovierten Hutongs und ich dachte noch, ja müssen wir denn jetzt in meine Lehmstraße irgendwo abbiegen, da war plötzlich der Konfuziustempel neben uns… Romantische Lehmstraße mit über die Straße hängenden Trauerweiden, und Chinesen mit ihren Chinesenhüten auf am Straßenrand sitzend… ade… hätte ich doch letzten Sommer ein Foto hier machen sollen, das wäre zu interessant gewesen, doch so müsst ihr euch das jetzt eben, meinen Erzählungen entsprechend selbst vorstellen.

Der Konfuziustempel aber, hatte durch die Renovierung wirklich dazugewonnen. Ich war zwar letzten Sommer nicht drinnen gewesen, doch das wirklich sehr interessante Museum über das Leben, Denken und Wirken Konfuzius, das sie in den Seitenhallen des Tempels errichtet hatten, roch noch nach neu, und das wäre wirklich schade, hätte man das nicht gesehen. Auf dem Hof übte eine Wächterin auf ihrer Flöte, irgendwie waren auch kaum anderer Touristen da, wohl hauptsächlich, weil der Tempel, bis vor kurzen noch in keinem der normalen Touristenführer zu finden war, und ich auch nur von letzten Sommer davon wusste. Die Sonne schien, es ging ein leichter sommerlicher Wind… mir war so wohl zu Mute… ich nahm Mama bei der Hand und wir schlenderten hinüber zum Liuyin Park der auch nicht in den Touristenbüchern steht, aber unglaublich schön und romantisch ist. Außer uns waren dort keine Ausländer, nur chinesische alte Omis und Opis, die hier an der frischen Luft ihre Beweglichkeitsübungen machten. Die chinesischen alten Leute, sind ja alle noch so beweglich und machen täglich in den Pärken der Stadt ihr Taiqiquan (wurde als Schattenboxen übersetzt, ist aber meiner Meinung kein Boxen, sondern eher eine meditative Bewegungsübung), schreiben mit großen Pinseln die fast schon wie Besen aussehen, Zeichen mit Wasser auf den Boden, warten bis sie von der Sonne getrocknet sind, und schreiben sie wieder. Auf der anderen Seite des Sees, saß ein Geiger, mit seiner chinesischen Fidel, und auf dem Weg begegneten wir ein paar Familien mit ihren oh so herzigen Kindern. Gerade waren die Gärtner dabei in die Beete ein Meer von Blumen zu planzen und wie letzten Sommer saßen auch diesmal ein paar Chinesen auf den Plasterwegen und reparierten die Wege, nur dass sie diesmal ihre Chinesenhüte vergessen hatten. War wohl noch nicht heiß genug und die Sonne zu wenig stechend, als dass man die mitgebracht hätte.

Bevor wir uns dann von diesem Pool der Stille und Harmonie wieder hinaus in den Großstadtrummel begaben, gingen wir noch auf die WCs der Parks… eine andere „interessante“ Erfahrung. Ohne Türen und nur durch ein niedriges Mäuerchen voneinander abgetrennt, waren das 3 Plumpsklos nebeneinander augereiht… Na eigentlich waren es ja nicht mal Plumsklos, sondern einfach „tiefe Schachtklos“ ohne Spülung und ohne Klappe, die einen ja sonst bei den Plumpsklos beim Geschäft machen zumindest noch von den Geschäften der anderen trennte *gg*.

Am Abend beschlossen wir dann zum Houhai zu fahren, und dort auf unseren letzten Abend gemeinsam in Peking anzustoßen. Vor dem großen Tor, das zum Houhaisee führte, war dort eine große Menge von Menschen am tanzen. Alte chinesische Männer, noch in ihren, vom Arbeitstag verdreckten, nicht mehr ganz so weißen Unterhemden, Frauen, in ihren Alttagsröcken, die aber hier im Halbdunklen, auf dem Platz neben der Straße so ernsthaft und graziös tanzten, als wären sie in einem Ballsaal. Dazwischen waren jungen Pärchen, die sich umschlungen im Rhythmus wiegten, andere junge Mädels, die mit ihren Opis tanzten… ein anderes Bild, das ich bestimmt nicht mehr vergessen werde, selbst wenn ich davon wegen der Dämmerung keine guten Fotos machen konnte. Ich nahm Mama dann wieder bei der Hand und wir gingen den See hinunter und suchten nach einem Plätzchen um uns hinzusetzen und was zu trinken. Unser Pina Colada schmeckte zwar wie Birnensaft, sah auch wie Birnensaft aus, und wurde sogar in einem Saftglas serviert, und das einzige Pina Colada- mäßige daran war wohl der Preis, doch das hielt uns nicht davon ab, oder war vielleicht gerade der Auslöser dafür, dass wir uns köstlich amüsierten und nichts als Blödsinn quatschten… Wer weiß, vielleicht war irgendwo in dem Birnengebräu ja doch ein Alkohol *gg*

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