Sonntag, 11. Mai 2008

Yiheyuan und Foodmarket

Montag 5. Mai 2008

Heute wollten wir gerade aus der Jugendherberge hinauslaufen, da trafen, wir per Zufall, Mourad, Xiaxi, Chris und ihrer Gruppe, die gerade eincheckten. Ich wurde gleich von allen mit einer großen Umarmung begrüßt und Xiaxi umarmte auch gleich meine Mama, Chris nutze die Gelegenheit während ich mit Mourad quatsche, Mama den Verlauf ihrer Tour in die Innere Mongolei zu schildern, und so standen wir alle bald in einer heiter quatschenden und lachenden Gruppe, von der wir uns nur ungern wieder verabschiedeten. Als wir meine überdrehte Gruppe dann doch verließen, stellten Mamilein und ich uns ein Frühstück mit KFC Kaffee (der hier in China neben dem Starbucks Kaffee wirklich einer der besten ist, aber um einiges preiswerter) und Gebäck vom französischen Bäcker in der Shoppingmall zusammen. Wir saßen also an einem der kleinen Tischchen vor dem Bäck und ließen es uns gut gehen. Wieder mal richtiges Brot, so authentisch es in China eben sein konnte… Mein Magen machte Freudensprünge.

Anschließend nahmen wir das Taxi zum Sommerpalast hinaus.
Ich war zwar letzten Sommer schon dort und im Winter nochmals, aber es ist einfach einer der schönsten Paläste, die ich je gesehen hatte, und gefällt mir um einiges besser als die Verbotene Stadt. Da musste ich Mama einfach hinführen. Während ich sonst immer nur ein Ticket für den Park genommen hatte, mit dem man zwar um den Palast herum spazieren konnte aber nirgends hineingehen, nahmen wir uns diesmal ein Ticket mit dem man überall hineingehen konnte. Am meisten faszinierte mich der Palast der Kaiserin, wo auch Dinge aus dem alltäglichen Leben der Kaiserin Cixi ausgestellt waren. Schminkutensilien, Duschutensilien, wunderschöne Vasen, ihre Kutsche, das erste Auto das nach China importiert wurde , die Tragesessel, mit denen die Kaiserin spazieren getragen wurde…Im Innenhof gab es ein offenes Theater, in dem das chinesische Glockenspiel aufgehängt war, und gerade eine Gruppe Hofmusiker dabei war Musik zu machen. Mit der chinesischen Geige, die man auf den Fuß stellt, und dann so streicht ähnlich wie ein Cello, dieser ulkigen Flöte mit einem Mundstück an dem eine Menger kleiner Flöten in den unterschiedlichsten Längen hing, dem Glockenspiel natürlich, das aus wirklichen Glocken bestand, und einem gitarrenähnlichen Instrument, das die ganze Gruppe anführte. Anschließend kamen Tänzerinnen, die einen Tanz aufführten, dann zwei Figuren aus der Peking Oper, die aber nicht sangen, sondern ein Pantomimenspiel aufführten, bei dem sich Ying und Yang bekämpften und keiner den anderen sah, nur dessen Einfluss spürte. Die Musik die auf der Seite den Ton angaben, zerkugelten sich fast vor Lachen, und so tat ich es… Wirklich „zum schüssa“ um schon wieder diesen Vorarlberger Ausdruck zu verwenden…

Dann gingen wir weiter, besuchten eine Gallery, die in den Sälen des Sommerpalasts, Handwerkskunst aus allen Epochen der chin. Geschichte ausstellte, spazierten dann dem Kunmingsee entlang zum Buddhist Tempel of Incense, erklommen die unzähligen Stufen hinauf zum Tower of Incense, von wo man einen netten Ausblick auf den See und das moderne Peking dahinter hatte.

Dort trafen wir auch – welch ein Zufall- die zwei Südtiroler von gestern wieder, die aber in die Richtung wollten, aus der wir gerade gekommen waren. Wir setzten dann unseren Weg weiter dem See entlang, vorbei beim Marmorboot fort, und umrundeten so den ganzen Park des Sommerpalasts, warfen einen kurzen Blick in die Suzhou Street und machten uns dann auf die Suche nach dem Garden of Harmonious Interest. Hier hatte es mir letzten Sommer besonders gut gefallen, mit all dem Lotos, der in dem kleinen künstlich angelegten See wuchsen. Umrundet von einem chinesischen Wandelgang und unzähligen kleinen Hallen und Tempeln,, war dies wirklich ein Platz um sich hinzusetzten und den Tag zu genießen. Leider war es für den Lotos noch zu früh und man konnte nur vereinzelt schon ein paar Blätter sehen. Doch auch so, hatte der Garten, mit seinen alten Trauerweiden, die über das Wasser hängen, seinen Reiz.

Auf dem Weg zurück vom Yiheyuan gerieten wir dann an einen schlitzohrigen Taxifahrer, der wohl glaubte, dass mit uns Touris leicht Geschäfte zu machen ist. Er wollte mit uns auf der 4 Ringstraße mit der Kirche ums Dorf fahren, was schlussendlich wohl auf 180 Yuan gekommen wäre… mehr als 3-.fach der Preis den wir gekommen waren. Also so wild wie er tat, konnte der Stau im Stadtzentrum gar nicht sein, als dass sich das rentieren würde die 4. Umfahrungsstraße zu nehmen. Ich fing also an, mit dem Taxler auf Chinesisch zu streiten, und beschwor ihn den kürzesten Weg zu fahren, und nicht die Ringstraße zu nehmen. Damit hatte er wohl nicht gerechnet, dass die Blondine da auf dem Rücksitz ihm plötzlich auf Chinesisch sagen wollte, wo er zu fahren hätte. Als er seinen tollen Plan vom vielen Geld den Bach hinuntergehen sah, hielt er plötzlich mitten auf einer Kreuzung an, und sagte wir sollen ihm die 10 Yuan für den Startpreis geben und aussteigen. Wir waren noch nicht mal viel mehr als 2 Kilometer gekommen und ich wollte ihm die 10Yuan bestimmt nicht geben. Nach dazu weil er uns ja irgendwo, wo es bestimmt nicht mehr so einfach war, andere Taxler zu finden aussteigen lies, und so tat als wäre alles meine Schuld, obwohl ich ihm schon bevor wir ins Taxi einstiegen, gesagt hatte, dass ich zur Wangfujing wollte und er das Taxameter zu verwenden habe. Ich schimpfte also auf Chinesisch weiter, was er für ein Betrüger sei, bis er uns schließlich so gehen ließ.. Glücklicherweise kam dann doch ein anderer Taxler vorbei, der uns für ungefähr den gleichen Preis wie wir gekommen sind, und auf dem kürzesten Weg zurück zur Jugendherberge brachte.
Und vom Stau, von dem der andere geredet hatte, haben wir übrigens auch nichts gesehen…

Am Abend gingen wir dann auf den Food-Market in deiner Querstraße der Wangfujing essen. Lauter kleine Stände in hinter denen die Chinesen mit lauter Stimme und wildem Fuchteln ihre Baozi, Jiaozi, Fische und Fleisch zum Grillen, Früchte und Mais und das alles auf Sticks anboten. Aussehen tat das Ganze ja nicht schlecht, aber offenbar waren hier schon wieder zu viele Touris vorbeigekommen, und die Qualität und der Geschmack der Sachen, den Bach hinunter gegangen. In der etwas schäbigen Backstreet unserer Uni, wo die Stände keineswegs so schick waren, als diese hier, extra für die Touris aufgestellten, konnte man das wesentlich bessere Essen bekommen. Nicht nur dass es hier viel teurer war, auch geschmacklich war das meiste nicht mit Dalian zu vergleichen.

Mit einem großen gedünsteten Maiskolben füllten wir aber dann doch unseren Bauch und machten uns nach einem weiteren langen Tag auf den Weg zurück in die Jugendherberge

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