Sonntag 6. Juni 2008
Noch nicht richtig wach von letzter Nacht und mit einem komischen Gefühl im Kopf, stand ich Samstag Morgen auf, um noch ein Abschiedsgeschenk für Ruks zu besorgen. Obwohl wir in den letzten 2 Monaten nicht mehr so viel miteinander gemacht hatten wie zuvor, machte es mich doch unglaublich traurig von ihr Abschied nehmen zu müssen. Unsere ohnehin schon kleiner gewordene Gruppe fing sich langsam an aufzulösen.
Wir tranken noch mal gemeinsam Kaffee, aßen Keckse, so wie wir es immer gemacht hatten, wenn wir über Seelenprobleme quatschten und brachen dann auch Richtung Flughafen. Dank Ruks unschlagbarem Humor, wurden zwar keine Tränen vergossen, aber leicht fiel uns der Abschied dennoch nicht. Und als wäre es ein Zeichen, dass sie uns nicht verlassen sollte, hatte ihr erster Flieger nach Peking so viel Verspätung, dass sie ihren Anschluss in Peking nicht mehr erwischte. Dann waren alle Flüge von Peking nach New Delhi für die nächsten 5 Tage ausgebucht und sie musste einen anderen Flug nach Shanghai nehmen und von dort dann nach Hause fliegen. Sogar der Flug nach Shanghai war wieder verspätet und ich weiß bis heute nicht, wie sie es geschafft hat, ihren Flug nach New Dehli dann doch noch zu kriegen.
Zurück vom Flughafen machten uns Helene und ich daran noch die letzten Dinge zu erledigen, Helenes Reise vorzubereiten, und langsam aber sicher auch daran zu denken, was wir in China lassen würden, und was wir mit nach Hause nehmen würden.
Abends gingen wir dann mit Leo Barbecue essen und anschließend wieder tanzen. Heute kam zu Leos Abschied sogar Helene mit in den Club. Doch zum Tanzen war sie dennoch nicht zu bewegen. So setzten wir uns eben an einen die kleinen Tische, tranken was, redeten über unser Jahr und suchten uns auf der Tanzfläche die bestaussehenden Typen und spielten Tanzjury.
Am nächsten Morgen begleiteten wir dann Leo zum Flughafen, und es fiel mir so schwer meinen sexy guy zu verabschieden. Wir hatten als zwei der jüngsten immer so eine Gaude miteinander gehabt. Leo ich wird dich vermissen!!!
Nachdem wir Ruks verabschiedet hatten, machten Helene und ich uns mit Yuhong auf den Weg noch ein paar Sachen einzukaufen und ein Geschenk für Kingyans Mama zu finden, bei der ich im Februar zu Gast war. Anschließend schauten wir in Yuhongs kleinem Sportgeschäft vorbei und fuhren dann mit einem Freund von Yuhong und ihrem Ehemann zum Meer. Ich wusste zwar nicht warum uns diese Ehre zustand, aber der Freund schien abgesehen davon, dass er vielleicht gerne Zeit mit Yuhong und ihrem Mann verbringt, hauptsächlich deshalb mitgekommen zu sein, um für uns den Chauffeur zu spielen. Wir fuhren nochmals die ganze Strecke der Binghailu entlang, machten noch ein paar letzte Fotos und Yuhong setzte uns dann beim Fujiazhuang ab, wo wir uns noch mit Kingy und den russischen Mädels zum Baden trafen. Zum Sonnenbaden sei gesagt, denn das Wasser war eisig kalt, sodass es selbst für die Füße eher ein Kneippbad war. Bei dieser eisigen Verabschiedung fiel uns der Abschied vom Meer auch gar nicht so schwer und wir machten uns auf nach Hause in unsere warmen Betten. Oft würden wir ja nicht mehr hier schlafen.
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