Sonntag, 20. Juli 2008

Huashan - ein Berg im Sommer

Freitag 11. Juli 2008

Nachdem dem Phönixberg im Herbst, dem Huangshan im Winter, dem Tianmenshan im Frühling, machte ich mich heute gemeinsam mit Chris und Stas auf zum Huashan. Wenn ich wählen müsste, was mir an meinen Reisen in China am besten gefallen hat, dann würden diese vier Berge auf meiner Rangliste bestimmt ganz weit oben stehen.

Wir hatten eine Tour gebucht, die morgens um 8 von Xian wegfuhr, uns auf dem Umweg über eine chinesische Apotheke, wo wir wahrscheinlich etwas einkaufen hätten sollen, schließlich kurz nach Mittag zum Huashan brachte. Dort bekamen wir ein Ticket für die Doppelmayr- Gondelbahn ausgehändigt und los ging’s unser Abenteuer Berg. Steile Felswände mit Runden Kuppen, die vor Jahrtausenden durch eine große Plattenverschiebung übereinander geschoben und aufgetürmt wurden. Wirklich ein gigantisches Naturschauspiel. Als hätte ein Riese seinen Baukasten ausgegraben und einfach mal willkürlich große Felsblöcke übereinander geschichtet, dann an den unmöglichsten Stellen Zypressen aus dem kahlen Fels heraus sprießen lassen und sich dann die Chinesen zur Hilfe geholt, die auf jeden dieser Felsen noch Treppen hinaufgebaut haben. Es ist wirklich unglaublich mit welch schweren Lasten, die Träger auch heute noch den Berg hinauf steigen, um Baumaterial für weitere Treppen zu bringen, das kleine Hotel am Gipfel mit Wasser und Lebensmittel zu versorgen. Während ich immer noch die alten Männer bewunderte, die bei diesen Lasten sogar noch singen konnte, freute ich mich auch, dass meine letzten 3 Monate Fitnesscenter wohl doch Wirkung gezeigt hatten, und ich diesmal schon wesentlich weniger außer Puste kam, als damals beim Huangshan und bald hinter Chris uns Stas den ersten Gipfel erreichte. Wir drei waren wirklich so ein lustiges Team. Chris unser waschechter Wiener, der mir in den 3 Tagen Xian mehr an Wiener Mentalität mitgab, als Wien selbst die 2 Jahre als ich dort gelebt hatte. Er liebte es sich über alles Mögliche aufregen, hin und wieder wie ein Opi zu seufzen, alles mit der Bemerkung „Herst Olda! Pok i net“ zu kommentierten, und legte dabei aber eine solche Gemütsruhe an den Tag, dass ich nun endlich doch verstand, warum man immer von der Wiener Gemütlichkeit spricht. Stas redete zwar nie viel, doch war genauso wie Chris äußerst hilfsbereit, und hatte immer ein offenes, freundliches Lächeln, wenn man ihn ansah. Wenn wir miteinander redeten, sprachen wir chinesisch, da Stas fast kein Englisch konnte. Für jeden der uns beobachtete, waren wir drei bestimmt ein lustiger Anblick.

Nachdem wir der westlichen Route den Westgipfel erklommen hatten, war es auch schon wieder Zeit zurück zu gehen, um rechtzeitig um 6 beim Bus zu sein.

Die Heimfahrt verschlief ich dann größtenteils und wachte erst zu Hause wieder auf, als der Bus vor dem Melody Hotel aussteigen ließ, wo wir gleich noch den Bus für morgen zur Terrakotta Armee buchten und dann wieder Richtung Muslimviertel liefen um was zu essen.

Wieder zurück in der Jugendherberge fielen wir dann nach eine ausgiebigen Dusche müde in unsere Betten. Heute war der vierte Typ, der eigentlich mit uns im Zimmer schlief, und bis jetzt aber noch kein Wort mit uns geredet hatte nicht da, und so hatten wir das kleine, aber mit allem nötigen ausgestattete Zimmer für uns alleine. Die Jugendherberge war im Übrigen wirklich sehr empfehlenswert. Alle kleinen Höfe war sehr geschmackvoll im chinesischen Stil eingerichtet, die Bar im hintersten der kleinen Höfe lud zum sitzenbleiben und chillen ein, die Duschen waren zwar nicht großer Luxus, doch groß und sauber. Die Girls an der Rezeption waren ausgesprochen freundlich. Eigentlich lud alles zum bleiben ein.

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