Mittwoch 9. Juli 2008
Während ich heute am Tag noch wie eine Verrückte hin und her rannte um noch die letzten Geschenke zu besorgen, alle restlichen Formalitäten zu erledigen und meinen Koffer fertig zu packen, konnte ich den Abend gemeinsam mit meinen Freunden die noch geblieben waren, bei einem letzten gemeinsamen Abendessen genießen. Neben Helene, war Kingyan, Oleysia und Talysia gekommen, meine chinesischen Freudinnen Hongying, Yuhong, Baibai und Wenwen, sowie meine zwei österreichischen Gefährten Julian und Chris. Wir bestellten zum Abschied noch einmal alles was wir in diesem Jahr probiert hatten, und sich als Köstlichkeit herausgestellt hatte, tranken Dalianer Bier, tratschten, quatschten und scherzten. Hätte uns jemand beobachtet, wäre er bestimmt der Meinung gewesen, wir hätten einen Freudentag zu feiern. Doch so freudig war mir gar nicht zu Mute. Bei dem Gedanken morgen in der Früh ein Flugzeug nehmen zu müssen und mich von meinen chinesischen Freunden hier, von Helene und Kingyan verabschieden zu müssen, wurde mir richtig eng ums Herz. Ich war traurig, mein Leben hier aufgeben zu müssen, ich war traurig nicht zu wissen, wann ich meine Freunde hier wieder sehen würde, und als Kingyan sich dann schon heute von mir verabschiedete und meinte er könne morgen vielleicht nicht mit mir zum Flughafen, kommen, war das dann einfach zu viel für mich und ich konnte nicht anders als in Tränen auszubrechen.
Helene, Hongying und Yuhong fuhren dann mit mir nach Hause, und wir setzten uns noch ein bisschen bei mir ins Zimmer. Ich kopierte alle Fotos die wir dieses Semester geschossen hatten auf Helenes Harddisk und verabschiedete dann Helene und Yuhong bis zum nächsten Morgen.
Hongying hatte beschlossen die letzte Nacht bei mir zu bleiben und in Xiaxis Bett zu schlafen, von der ich mich heute Nachmittag schon schweren Herzens verabschiedet hatte. Zeitweise, wenn ich mal wieder so richtig genervt über irgendwas war, hatte ich mir gedacht, dass ich bestimmt froh sein würde, sie bald verabschieden zu können. Doch als es dann so weit war, fielen uns beiden wieder alle schönen Momente ein, die wir in diesem Jahr gemeinsam in einem Zimmer erlebt hatte, alle schönen Gespräche die wir geführt hatten, und wir verabschiedeten uns mit schwerem Herzen und einer großen Umarmung und beschlossen uns ganz bald über Skype oder Email zu schreiben, und natürlich, alles was sich so ereignet hat zu erzählen.
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