Mittwoch, 1. August 2007

Mein erster Tag alleine in der Klasse.

Mittwoch 1. August 2007

Lukas hat sich in eine einfachere Klasse versetzen lassen, weil er mit dem Stoff nicht so recht mitgekommen ist, und jetzt saß ich heute zum ersten Mal ganz alleine unter all den extrem strebsamen Koreanern und den paar anderen Europäern und Amerikanern, die aber alle viel besser sind und wollte am liebsten jedes Mal in den Boden versinken, als mich die Lehrerin aufrief.

Aber trotzdem find ich den Unterricht so richtig, richtig interessant, und mir macht es hier wirklich Spaß um 7 aufzustehen, und zur Schule zu gehen, was zu Hause eher eine Ausnahme war, wo ich mich nur mit Mühe aus dem Bett quälen konnte. Meistens versteh ich auch gar nicht so wenig, aber sobald ich etwas gefragt werde und einen sinnvollen Satz auf Chinesisch formulieren sollte, fange ich an zu stottern, vergesse alle Wörter, die ich gerade noch wusste, und kann überhaupt nichts mehr sagen.

Gott sei Dank redeten mich dann in der Pause Jiyoung und ihrer Freundinnen an, und ich wurde in die Gruppe der Koreaner aufgenommen. Jiyoung setzte sich dann neben mich, und deutete mir in Yuedu immer welche der 4 Antworten richtig war. So ging auch dieser Unterrichtstag vorbei, und am Mittag gingen Michaela und ich mit den Koreanern im chinesischen Restaurant am Campus essen. Voll lecker. Konnte mich gerade mit dem chinesischen Essen wieder anfreunden.

Anschließend gingen Michaela und ich zum Lotus-Market und kauften Wasser und sonst ein paar Lebensmittel ein. Aber alles was ich dann wollte, war nur mehr heimzugehen und ins Bett zu liegen. Meine Augen fühlten sich fiebrig heiß an, meine Nase lief, mein Kopf stand unter Druck. Ich hab das Gefühl, dass ich mich wegen den ständigen Temperaturschwankungen den Kopf und die Stirn- und Nebenhöhlen verkühlt habe. Draußen ist es meistens extrem heiß und drinnen auf Grund der Klimaanlagen sehr sehr kalt. Besonders im Klassenzimmer fröstelt es einen meist, wenn man von draußen rein kommt. Die anderen gingen dann in ein Elektrogeschäft und kauften sich so ein Taschencomputerwörterbuch. Aber ich war zu kaputt. Ich legte mich hin, ließ Norah Jones laufen und schlief bis zum Abend. Seraina brachte mir ein NeoCitran, weiche Taschentücher und einen Tee zum trinken, und kümmerte sich so lieb um mich.

Ich war so froh, dass sie da war. Als ich am späteren Nachmittag wieder aufwachte schaute ich mir einen meiner neuen DVDs an.„The Lady in the Water“ an und schlief mit Fieber wieder ein.

Keine Kommentare: